Kamp-Lintfort: 24 Bilder wie Fenster zu einer anderen Zeit

Kamp-Lintfort : 24 Bilder wie Fenster zu einer anderen Zeit

Der französische Künstler Christian Didier stellt in der Kamp-Lintforter Galerie Pralat seine Illustrationen aus.

Zu einer neuen Ausstellung lädt Kurt Pralat Kunstinteressierte in seine Galerie an der Moerser Straße in Kamp-Lintfort ein. Christian Didier hat aus Frankreich 24 seiner Arbeiten mitgebracht, die den Betrachter in eine ferne, eine mythische Welt entführen. "Als ich die Arbeiten in einer Vorauswahl gesehen habe, war die Entscheidung schon gefallen", so Kurt Pralat.

Die Achse Kamp-Lintfort-Paris entstand und hat naturgemäß einen Ursprung. Die Französin Sylvie Hoffmann zählt zu den steten Gästen der kleinen Galerie und brachte ihren Schwager, den Illustrator Christian Didier, ins Gespräch. Erste Kontakte fanden per Mail statt, der Termin für seine erste Ausstellung wurde festgelegt. Begeistert war Pralat von der Gegenständlichkeit der Bilder. Nichts Abstraktes, kein Farbrausch. "Das genaue Hinsehen auf die verschiedenen Szenerien lohnt, weil sich immer wieder etwas Neues entdecken lässt", so Pralat.

Christian Didier zeichnet mit Tinte und Aquarellfarben die Welt von Fabelwesen, von Satyrn, den Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock. Verschiedene Bildmomente hat Christian Didier in seiner tunesischen Heimat angesiedelt. "Vielleicht unterbewusst", wie er meinte. Mit den Eltern verließ er als Siebenjähriger das Land und lebte zunächst in Brest.

Beruflich verschlug es ihn als Illustrator in die Nähe von Paris, wo er sich heute im Ruhestand seinen künstlerischen Traum erfüllt. Schon früh entstanden die mit schnellen Strichen gezeichneten Fabelwesen, meist bei Telefonaten am Arbeitsplatz. Bildelemente wiederholen sich, so formgebende Hecken, Arkaden oder antike Szenerien mit ihren Überresten.

"Beim Betrachten des Bildes passiert sehr viel. Jeder kann sich dabei selber wiederfinden", so Pralat. Die Figuren sind nicht durchgezeichnet. Manches Bild entstand spontan, wie beispielsweise die tanzenden Blätter mit weiblichen Formen. Andere Bilder zeigen Gartensträucher mit menschlichen oder tierischem Antlitz. Titel gibt er seinen Bildern nicht, sondern will sie auf den Betrachter pur wirken lassen. Die Ausstellung, bei der er bis zum Schluss anwesend ist, nennt er "Das Fenster zu einer anderen Zeit."

Seit zweieinhalb Jahren führt der Künstler Kurt Pralat diese Galerie. Die Räumlichkeiten sind schlicht. Der Raum im Ladenlokal ist weiß gehalten. Der nächste besticht durch sogenanntes Abbruchambiente mit bloßem Mauerwerk "und ist einfach trendy. Der schwarz gekachelte Raum bringt die Arbeiten von Christian Didier noch mehr zur Geltung", so Pralat. "Ich will Künstler zeigen, die man sonst so nicht sieht und vor allem Hemmschwellen in Sachen Kunst abbauen", so der Künstler Pralat.

Die Vernissage ist am Freitag, 1. Juni, ab 18.30 Uhr. Geöffnet ist die Ausstellung mit Christian Didier, Moerser Straße 373, bis 8. Juni, jeweils ab 13 Uhr.

(sabi)