18 Jahre im Einsatz für den fairen Handel in Kamp-Lintfort.

Einkaufen in Kamp-Lintfort : 18 Jahre im Einsatz für den fairen Handel in Lintfort

„Ich habe es nicht so mit der Wegwerfgesellschaft“, sagt Brigitte Müller lachend. Unter anderem deswegen hat sie mit Leib und Seele in einem Laden mitgearbeitet, der sich der Fairness und der Umweltfreundlichkeit verschrieben hat.

Es ist das Kamp-Lintforter Geschäft von „fairrhein – Netzwerk des fairen Handels am Niederrhein“. 18 Jahre lang hat sie mit Kolleginnen dabei mitgewirkt, ihn aufzubauen und ihn zu dem zu machen, was er ist. Jetzt geht sie mit 65 Jahren in den Ruhestand. Der Laden ist einerseits Großhandelszentrum: Welt-Läden vom ganzen Niederrhein, von Wesel bis Krefeld, von Bocholt bis Mönchengladbach und Viersen decken sich dort ein mit leckeren Tees oder Kaffees, fair gehandelten Schokoladen, Tüchern, Taschen, Traumfängern, Mobiles, sogar Bongos. Gleichzeitig kann der Otto-Normal-Kunde in dem lichtdurchflossenen Geschäft einkaufen.

Brigitte Müller hat das Handwerk als Einzelhandelskauffrau von der Pike auf gelernt. In einem Modegeschäft hat sie gearbeitet und nach ihrem BWL-Studium auch in der Buchführung eines Großunternehmens. So behält sie zwischen Retouren, die es auch im Fairen Handel gibt, zwischen Bestellungen, Warenlisten checken und Lager prüfen den Überblick. Und konzentriert sich ganz auf die Kunden, wenn es Fragen gibt.

„Ich habe den Eindruck, dass der Wert der Waren und wie lange und hart die Menschen dafür arbeiten müssen, um etwas herzustellen, in der Gesellschaft nicht sehr bewusst sind“, erklärt sie. „Ich wollte daran mitarbeiten, dass ein Verständnis von fairem Handeln geweckt wird. Und mir scheint, wir sind auf einem guten Weg, wenn mittlerweile selbst Discounter schon Waren mit dem Fair-Trade-Label verkaufen.“

Den fairen Handel hat sie kennengelernt, als sie in der evangelischen Kirchengemeinde Moers-Hochstraß Eltern-Kind-Gruppen leitete. Dort im Gemeindezentrum stand ein Tisch mit Tüchern und Tees, die teurer waren als normal. „Aber den Menschen, die sie gewebt oder geerntet hatten, ermöglichte der Verkaufspreis, davon zu leben und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Das hat mich sehr beeindruckt.“ Vor 18 Jahren kam die Gelegenheit, in Kamp-Lintfort anzufangen. „Es ist schon seltsam, nach so vielen Jahren aufzuhören“, bekennt sie. „Aber ich werde in der Vorweihnachtszeit, die im Handel ja bereits Ende September beginnt, im Laden aushelfen. Und bei der Landesgartenschau wird der Weltladen auch vertreten sein, und ich werde darin verkaufen und auch Kaffee ausschenken.“

(RP)
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