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16 Prominente in Kamp-Lintfort lesen Kindern vor.

Vorlesetag in Kamp-Lintfort : Feuer und Flamme für die Feuerwehr

Beim Vorlesetag in Kamp-Lintfort bekommen Kinder nicht nur vorgelesen. Sie besichtigen gleichzeitig besondere Orte, die nicht allzeit zugänglich sind.

Die Kinder der Pappelseeschule sind Feuer und Flamme, als sie die Hauptwache der Feuerwehr besuchen. „Alle wollen dabei sein“, freut sich Schulleiterin Christina Ritte, als Michael Rademacher, der Leiter der Feuerwehr, sie und 14 Kinder begrüßt. Jedes Jahr besucht sie mit einer Gruppe die Hauptwache an der Eyller Straße, die nur 300 Meter von der Pappelseeschule entfernt liegt. Anlass am Freitag ist der Vorlesetag, den die Stadt und die Mediathek Mitte November vor allem für Grundschulkinder, aber auch für Kindergartenkinder und junge Schüler der weiterführenden Schulen organisieren. Bei diesem Vorlesetag lesen prominente Kamp-Lintforter Geschichten an besonderen Orten vor, die sonst nicht durchgehend zugänglich sind.

Dabei steht nicht selten der jeweilige Ort, der zum Vorlesetag besichtigt wird, im Brennpunkt, weniger die gelesenen Geschichten, zum Beispiel in der Hauptwache der Feuerwehr. Michael Rademacher las aus dem Buch „Der Feuerwehrmann“ vor, während Brandmeister Daniel Kaatz in der Haupthalle Dienstkleidung, Helme, Schläuche, Tragen oder Feuerwehrautos zeigte, die in den Kapiteln beschrieben wurden. Nach einer knappen halben Stunde wechselten die Dritt- und Viertklässler auf den Hof, auf dem sie von Daniel Kaatz vorgeführt bekamen, wie Feuerwehleute mit Wasser über Schlauch und Hohlstahlrohre löschen, um so in ihren Köpfen das Lesen mit dem Besichtigen zu verbinden und abzuspeichern. Dabei bekamen sie schon einmal etwas Wasser mit ab. Später zeigten die Feuerwehrmänner die Schläuche, Werkzeuge und Pumpen, die ein Hilfeleistungslöschfahrzeug an Bord hat. „Die Kinder wissen gut Bescheid“, meinte der Leiter der Feuerwehr. „Zum Beispiel kennen sie Fluchtwege und können einen Notruf absetzen.“ Wie in der Feuerwache besichtigten die Kinder die 16 Orte länger, als sie Geschichten lauschten. „Die Kinder können 20 bis 25 Minuten gut zuhören“, sagte Klaus Deuter im Lehrstollen. Dort, neben dem Schirrhof an der Friedrich-Heinrich-Allee, trug der Leiter des Teams Lehrstollen aus dem Buch „Franz, Anna und die Zechengeister“ des Engländers Roy Kift vor. 25 Kinder der 3b der Niersenbergschule und ihre Klassenlehrerin Dagmar Tischer lauschten gespannt. Dann ließen sie sich von Uwe Kattowitz und Detlef Lehmann, Wolfgang Schwarzer und Klaus Deuter den Lehrstollen zeigen. „Die Kinder wollen die Dinge anfassen“, sagt der Teamleiter. „Das können sie hier.“ Die Drittklässler konnten auch selbst etwas in Bewegung setzen, beispielsweise eine Laufkatze. Oder sie konnten ihrer Bewunderung Ausdruck verleihen, als sie einen versteinerten, 250 Millionen Jahr alten Grashalm in einem Kohlestück sahen. „Das war ein Grashalm?“, fragten sie erstaunt.

Der Vorlesetag wird alljährlich von der Wochenzeitung „Die Zeit“, der Stiftung Lesen sowie der Deutschen Bahn Stiftung gefördert. Die Stadt Kamp-Lintfort macht jedes Jahr mit.