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Kaarst: Zwei Künstler, eine Ausstellung

Kaarst : Zwei Künstler, eine Ausstellung

Werke von Ada Blochwitz und Jan Wiegand sind derzeit in der Galerie Splettstößer zu sehen. Er zeigt "Erinnerungsbilder", sie nimmt den Besucher mit auf eine geheimnisvolle Reise in den Norden.

"Gemischtes Doppel" heißt die aktuelle Ausstellung in der Galerie Splettstößer. Gezeigt werden Arbeiten der Wahl-Kaarsterin Ada Blochwitz und des aus Kaarst stammenden und in Bonn lebenden Jan Wiegand. Er zeigt seine "Erinnerungsbilder", sie nimmt den Besucher der Ausstellung mit auf eine Reise in den Norden.

Jan Wiegands Arbeiten geben dem kundigen Betrachter das Gefühl von etwas Bekanntem und zugleich Fremden. Das liegt daran, dass der Sohn von Martel und Gottfried Wigend seine Herkunft nicht verleugnen kann. Der 54-Jährige, der in Bonn nicht Kunst, sondern Psychologie und Kunstgeschichte studiert hat, verknüpft bei seinen Eltern und deren Künstlerfreunden Gelerntes mit seinem Psychologie-Wissen. Den liebevoll-sinnlichen Umgang mit den unterschiedlichen Materialien prägen seine Arbeiten ebenso wie seine skurril-witzigen Figuren.

Immer wieder taucht der Kopf auf, oft als bloßer Umriss. "Was geht in unseren Köpfen vor, wenn wir kreativ sind?" Fragmente von Wort und Sinn künden vom Verfall derselben, Wiegand verwendet selbst gemachte Stempel, Schnittmuster, skizziert das Gegenteil von gewohnter Ordnung.

Die Formensprache ist mitunter mit der von Ada Blochwitz identisch. Die Einsamkeit der Existenz am Nordpol, sie korrespondiert mit den Nord-Impressionen von Ada Blochwitz. Die Künstlerin wurde 1952 in Loostrecht in Holland geboren, studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys, Rupprecht Geiger und Lambert Maria Wintersberger. Ist der Norden karg? "Nein, schön", würde Ada Blochwitz antworten, die Norwegen für das schönste Land der Welt hält.

Fremd, verlassen, aber auch geheimnisvoll wirken Arbeiten wie die vom Wolf im Wald. Das Iglu wirkt wie ein roter Pilz und kündet von der Anwesenheit von Menschen. Alte Flurkarten wurden mit verarbeitet. Was wie eine Zeichnung wirkt, ist doch Malerei – Ada Blochwitz hat die Farbe mit einem extrem dünnen Pinsel aufgetragen. Sie meidet knallige Töne, malt Tiere, die es so vielleicht gar nicht gibt und entführt den Betrachter der Bilder in eine mitunter ein wenig unwirklich erscheinende Welt.

Das Bild "Zwei Hunde" ist vom Format her das größte der Ausstellung und dazu ein sehr typisches Ada-Blochwitz-Werk. Die beiden Tiere in einer leicht verblassten Berglandschaft strahlen Fremdheit und Einsamkeit aus, gleichzeitig wirken die Tiere nicht unzufrieden oder gar beunruhigt. Auch ihnen scheint es im Norden zu gefallen.

(NGZ)