„Zwei Fotografen“ zeigen ihre Kunst

Ausstellung in Kaarst : „Zwei Fotografen“ zeigen ihre Kunst

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Splettstößer geht noch bis zum 7. Juli.

Die beiden Fotografen haben einige Gemeinsamkeiten: Beide blicken auf ein erfolgreiches Berufsleben zurück, beide sind im fortgeschrittenen Alter und beide geben sich sehr bescheiden. Thomas Mayers Thema ist die „Schönheit und Hinfälligkeit der Architektur“. Seine Fotos sind nur mit Klammern an der Wand befestigt. Walter Vogel stellt unter der Überschrift „Besondere Personen in besonderen Situationen“ aus.

Mayer (72) ist Schweizer, lebt aber seit 49 Jahren in Neuss. Er hat sein Geld ausschließlich als Fotograf verdient, unter anderem für eine renommierte Werbeagentur. Er zeigt jetzt sowohl Schwarzweiß-, als auch Farbfotografien. Die Möglichkeiten der digitalen Fotografie nutzt er nur bedingt, lediglich für Optimierungen, nie aber für gravierende Änderungen. Mayer sieht sich als Dokumentarfotograf. Im Spanischen El Ciego steht ein inzwischen weltberühmtes Gebäude von Stararchitekt Frank Gehry. Mayer, der Gehry seit vielen Jahren persönlich kennt, fotografierte es in einem recht frühen Stadium der Bauphase. Die futuristisch wirkende Bergbahn in Innsbruck, gebaut nach Plänen von Zaha Hadid, wirkt wie ein Raumschiff von einem anderen Planeten. Im krassen Gegensatz dazu das kleine, graue Haus in der ehemaligen DDR, dem der Fotokünstler ironischerweise den Titel „Kunterbunt“ gab.

Während Mayer ein Faible für ausgefallene Architektur hat, haben es Walter Vogel die Menschen angetan – kleine Leute, die ihren Job machen. Der 85-jährige Düsseldorfer, der unter anderem für die Werbeagentur BBDO gearbeitet hat, versteht sich als Reisefotograf. Was ihm wichtig ist: „Hier hängt keine einzige Auftragsarbeit.“ Besucher der Ausstellung erkennen, dass in der Zentralwäscherei in Bombay unter freiem Himmel Handarbeit gefragt ist. Auch den Mikrokosmos „Zirkus“ hat Vogel fotografisch festgehalten, italienische Café-Bars sind ein weiteres großes Thema und mit der Werkgruppe „Pina Bausch“ bringt er Eleganz und einen Hauch Noblesse in seine Bilderwelt, die dem Betrachter viel mitzuteilen hat.

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