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Kaarst: Zum Sozialen Jahr nach Ungarn

Kaarst : Zum Sozialen Jahr nach Ungarn

Nicht jeder frischgebackene Abiturient möchte sich nach dem Abitur sofort ins Studenten- oder Berufsleben stürzen. Viele wollen zuerst die Welt entdecken. Auch Niko Klesse. Der 19-jährige Kaarster hat gerade am Neusser Quirinus-Gymnasium sein Abitur gemacht. Im September startet er in ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Ungarn.

"Ich wusste schon immer, dass ich weder zur Bundeswehr gehen, noch Zivildienst leisten wollte. Obwohl die Wehrpflicht abgeschafft wurde, blieb ich bei meinem Plan", erzählt Klesse. Am liebsten wäre er nach Bolivien gegangen. Ein Freund hatte ihm von seinen positiven Erlebnissen dort berichtet. Seine Bewerbung für ein Projekt in Bolivien wurde aber abgelehnt. Er musste weitere Bewerbungen schreiben, bis ihm schließlich der gemeinnützige Verein "Initiative Christen für Europa" (ICE) ein Angebot für ein FSJ in Ungarn machte.

Zuerst die Sprache lernen

"Ich hatte vorher nie darüber nachgedacht, nach Osteuropa zu reisen. Jetzt freue ich mich umso mehr auf die neue Erfahrung", sagt Klesse. Der Kaarster bereitet sich momentan mit einem Sprachkursus auf das Jahr vor: "Ich habe die Sprache vorher noch nie gehört, deshalb fällt das Lernen nicht leicht. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich nach einem halben Jahr in Ungarn flüssig sprechen werde", sagt er.

Bisher hat Klesse noch keine genauen Informationen über seinen Einsatz in Ungarn. Er vermutet, dass er in verschiedenen sozialen Einrichtungen für Kinder, ältere Menschen oder Obdachlose in Budapest helfen wird. Bei der Vorbereitung und Organisation des Aufenthalts greift ICE dem jungen Kaarster unter die Arme. Klesse: "Der Verein sucht mir eine Wohnung und fördert mich mit einem monatlichen Taschengeld. Außerdem kann ich im August an einem Vorbereitungsseminar teilnehmen."

Neuerdings braucht ICE aber auch die Unterstützung der Freiwilligen. "Dem Verein wurde in diesem Jahr die staatliche Förderung stark gekürzt. Die Freiwilligen werden deshalb gebeten, um Spenden zu werben, damit auch in Zukunft junge Leute entsendet werden können", so Klesse. Er plant, verschiedene Unternehmen um Unterstützung für den Verein zu bitten. Die Spenden sind aber keine Voraussetzung für seinen Aufenthalt.

Für die Zeit nach dem FSJ hat der Kaarster auch schon einen Plan: Er will Medizin studieren, aber nicht in Deutschland, sondern in Lettland. Ein echter Weltenbummler eben.

(NGZ)