Wo auch die Bürgermeisterin fündig wird Idylle beim Weihnachtsmarkt im Tuppenhof

Vorst · 29 Aussteller lohnten auch bei der 17. Auflage einen Besuch auf der historischen Hofanlage. Die Parkplatzproblematik bleibt ungelöst.

Der 17. „Advent auf dem Tuppenhof“ war einmal mehr sehr gut besucht. Das besondere Flair überzeugt und verzaubert immer wieder auf´s Neue. Das Angebot: Weihnachtlich und zumeist hochwertig.

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus gehörte zu den ersten Besuchern. Sie wurde schnell fündig am Stand der Ökumenischen Tschernobylhilfe und entschied sich für Geschirrtücher aus Weißrussland.

In der früheren Waschküche duftete es herrlich nach Seife. Irene Weigl und Hannelore Lörsch haben längst einen treuen Kundenstamm für ihre selbstgemachten Seifen. Jean-Pierre Clert und Heike Schula organisieren den Markt, Anja Progl sorgt dafür, dass die Besucher ein breitgefächertes Angebot vorfinden.

In der Regel sind rund 25 Prozent der Stände anders besetzt als im Jahr zuvor. Das werden viele regelmäßige Besucher bedauert haben: Adrienne Wiederhold hat jahrelang am Spinnrad die behagliche Atmosphäre noch verstärkt. Aus Altersgründen war die 89-Jährige jetzt nicht mehr dabei. Auch nur acht Jahre jünger, aber zum ersten Mal mit einem Stand vertreten: Der Schmuckdesigner Ludger Kentrup aus Kleinenbroich. „Es ist schön heimelig hier, man kommt mit den Menschen ins Gespräch“, sagte Ehefrau Irmgard.

In derselben Stube gab es auch original Volkskunst aus dem Erzgebirge, unter anderem unterschiedlichste Räuchermänner. Das wissen auch Sammler, und deshalb war das Interesse an dieser filigranen Handarbeit durchaus beachtlich.

Franz Krefft vom Museumsförderverein verschmäht Alkohol. So war gewährleistet, dass es von der alten Küche, wo Krefft ein Getränk mit  verführerischem Aroma zubereitete, bis zum Ausschank keinen „Schwund“ gab. Besonders verführerisch war auch wieder der Reibekuchenstand.

Reiner Strass verkaufte neben den Pashmina-Schals erstmals gewebte Taschen – damit sichert die Kaarster von der Kaarster Nepalinitiative den Lebensunterhalt von acht Frauen. „Sie sind begeistert, dass das, was sie machen, auf so große Resonanz stößt, das hebt ihr Selbstbewusstsein“, erklärte Strauss.

Elke Rademacher aus Holzbüttgen ist Schmuckdesignerin. Etliche Besucherinnen werden nur wegen ihr zum „Advent auf dem Tuppenhof“ gekommen sein. Marie-Luise Temmann ist die Lebensgefährtin von Krippenbauer Heinrich Wolff. Während er seine Krippen in Kaarst feilbot, hatte sie binnen einer Stunde bereits die erste Krippe verkauft: „Ich wundere mich, dass die Krippen immer noch sehr gefragt sind, und zwar auch bei jungen Familien“, sagte Marie-Luise Temmann.

Die drei Stufen zur Upkammer sollten sich wieder lohnen: Bärbel Klein aus Hilden hatte wieder den schönsten „Arbeitsplatz“ neben dem Bett von 1759, wo einst die Bauersleute den Schlaf der Gerechten schliefen. Die mit Zuckerguss verzierten Buchstaben aus Lebkuchen und das Glücksschwein, das alles Gute für 2019 wünscht, verkauften sich gut. Renate Hackenberg arbeitet bei der Stadt, kreiert aber einmal im Jahr edle Pralinen.  Auch sie hat mittlerweile eine treue Stammkundschaft.