Zu Gast beim Weihnachtsmarkt in Holzbüttgen und Spekulatiusmarkt in Büttgen

Zu Gast in Büttgen und Holzbüttgen : Kaarst erlebt ein großes Weihnachtsmarkt-Wochenende

In Büttgen und Holzbütten zogen die Budenstädte die Kunden an. Zum Glück mit dem Wetter kamen die Freude über größtenteils gute Geschäfte. Dabei steht der Kommerz auch bei etlichen Anbietern gar nicht so im Vordergrund.

Der Freitag war für Bernd Wiescholleck ein Tag zum Abhaken: Das ganze Jahr über hatte er seine Buden und Karussells auf Hochglanz gebracht, und dann drohte der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt auf dem Lindenplatz ins Wasser zu fallen. Zum Glück sah die Welt einen Tag später schon ganz anders aus, zwar immer noch nicht winterlich, aber wenigstens frei von Regen.

Der Spekulatiusmarkt in Büttgen begann erst am Samstag. Besucherrekorde wurden auch dort nicht gebrochen, aber die Resonanz war durchaus zufriedenstellend. Peter Wellen von der Interessengemeinschaft Büttgen beschrieb die Stimmung unter den Mitgliedern so: „Eine gewisse Zufriedenheit ist da.“

Beim Weihnachtsmarkt in Holzbüttgen bot Alexander Hannibal viel Handgearbeitetes für die Weihnachtsdekoration daheim an. Foto: Tinter, Anja (ati)

Die Geschäfte laufen also gut. Was den Spekulatiusmarkt ausmacht: Der Kommerz steht nicht im Vordergrund. Egon W. Vossen und Wolfgang Benien verkauften die Heimatkundlichen Hefte der Bruderschaft, aber auch der Jahreskalender fand guten Absatz. Gisela Möllers verkaufte nicht nur das Kochbuch der Katholischen Frauengemeinschaft, sie ist auch mit einem Rezept darin vertreten. „Der Erlös kommt der Neusser Initiative Schmetterling zugute“, erklärte sie. Das kleine Karussell drehte sich, aber es gab noch mehr Attraktionen für Kinder. Christoph Demuth verteilte als Nikolaus wieder Weckmänner und er las den Kleinen vor.

Warum wirkte der stellvertretende Bürgermeister auf einmal so klein? Ganz einfach: Ulli, der Stelzenmann hatte sich neben ihn gestellt. Er ist knapp drei Meter groß und wurde nur noch von der prachtvollen Tanne auf dem Rathauslatz überragt. Er begeisterte die Kinder und brachte auch die Erwachsenen zum Lachen.

Vor dem alten Citroen-Verkaufswagen ging es unter einem bordeauxroten Schirm bei einem Kaffee ganz gelassen zu. Einen Hauch Exotik zauberte auch der amerikanische Airstream-Verkaufswagen aus Aluminium – an ihm gab es Burger für Fortgeschrittene. Josef Hoster schwang wieder die Kettensäge, zauberte aus Holzstämmen Weihnachtliches wie Sterne und wärmte sich im Wagen immer mal wieder an dem über 100 Jahre alten Ofen auf.

Karl-Heinz Wolf aus Rommerskirchen bot Krippen feil – mittlerweile ein schweres Geschäft. „Ich steige jetzt auf Vogelhäuser um“, erklärte der Mann, dessen Vater Walter bereits Krippen gebaut hatte.

Wenn bei Martina Mark und Bonnie Köhn die Kasse klingelte, war das gut für benachteiligte Kinder: Der Verein „Kinderliebe“ soll unter anderem diesen Kindern den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen ermöglichen.

Vor der Pelikan-Apotheke konnten Kinder ihre eigene Salbe unter Anleitung anrühren. Die pharmazeutisch-technische Angestellte Alexa Heimes gehörte zu denen, die den kleinen Nachwuchsapothekern dabei halfen.

Für weihnachtliche Klänge war „Swing o.k.“ zuständig – wie immer eine gute Wahl. In Holzbüttgen war Hermann Drennhaus in das wärmende Nikloauskostüm geschlüpft. Bernhard Wiescholleck schien als Organisator wieder an alles gedacht zu haben. Es gab Grünkohl mit Mettwurst oder Frikadelle, tollen nostalgischen Christbaumschmuck, für die Weihnachtsmusik sorgten der Grevenbroicher Drehorgelspieler Erich Leinz und das Duo „Take Two“. Inge Wiescholleck wiederum hat für ihre selbstgenähten Teddybären schon viele Stammkunden.

Der Holzbüttger Weihnachtsmarkt findet sowohl auf dem Lindenplatz, als auch in der Lukaskirche statt. Dort bot Sofia Meinhold ein Sammelsurium an Weihnachtlichem gegen eine Spende für die Aktion Lichtblicke an. „Die Leute kaufen nicht mehr so drauflos“, erklärte sie und war mit dem Geschäft nicht so ganz zufrieden. Selbst das wunderschöne Schaukelpferd wurde zur „Standuhr“. Angelika Hofer aus Düsseldorf wiederum verkaufte selbstgefertigten Modeschmuck. Was sie beklagte: „Die meisten Besucher gehen an meinem Stand einfach vorbei.“