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Kaarst: Wohn-Quartier in der Kaarster Mitte ist fertig

Kaarst : Wohn-Quartier in der Kaarster Mitte ist fertig

Das Neubaugebiet zwischen Friedensstraße und dem Alten Dorf ist jetzt komplett fertiggestellt. Baubeginn war bereits im Jahr 2006.

In seiner Freizeit gräbt Franz-Josef Moormann gerne im heimischen Garten, und so hatte der Bürgermeister nun kein Problem, sich in Anzug und Krawatte die Hände schmutzig zu machen, um das Fünffingerkraut ins Beet an der Straße Am Alten Dorf einzusetzen. Diese Bodenbepflanzung und der junge Kirschbaum dort besitzen Symbolcharakter: Sie schließen die Aufgaben der Stadt zur Entwicklung des Wohngebiets "Altes Dorf-Süd" endgültig ab.

Foto: Berns, Lothar (lber)

Die meisten Menschen wohnen hier schon seit drei Jahren unter den Anschriften "Am Marienheim", "Am Husemeshof" und "Am Alten Dorf". Bis auf ein paar Häuser wurde der Großteil vom Investor Interboden errichtet. Die 20 Doppelhaushälften heben sich vom Rest durch ihre rote Klinkerfassade ab. "Obwohl sie von außen gleich aussehen, sind sie innen völlig verschieden", sagt der Kaarster Architekt Horst Indenhuck, der gemeinsam mit Burkhard Nothen von Interboden das neue Wohnquartier besuchte. "Die Eigentümer haben ihre Gestaltungsfreiheit genutzt, so dass wir zu den Bauanträgen zwanzig Nachträge einreichen mussten", so Indenhuck. Der Clou der Häuser sei die Flexibilität über drei Geschosse, weiß Moormann: "Man könnte mit wenig Veränderungen das Erdgeschoss zur Pflege eines älteren Angehörigen nutzen und die Familie besitzt in den beiden oberen Etagen eine komplett eigene Wohnung."

Das neue Wohngebiet präsentiert einen Querschnitt durch die Gesellschaft. "Hier leben junge Familien, mehrere Generationen unter einem Dach und gleichgeschlechtliche Lebenspartner", sagt Indenhuck. 2006 wurde begonnen, das Gebiet zwischen Friedensstraße und Altes Dorf zu entwickeln. Die freie Fläche war damals auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Sie war rundherum von der Bestandsbebauung abgeschottet. "In einer lockeren Art sollte die Lücke geschlossen werden", sagt Nothen.

Den Weg zum Ziel bestimmte der Quartiers-Gedanke. "Hierfür sind gemeinschaftliche Elemente, Grün und Kultur wichtig", so Nothen. Statt vier vorgesehener Stellplätze wurde ein zentraler Treffpunkt gestaltet. Dort steht auch die 2009 von Interboden gestiftete Stele der Mantelteilung von Künstler Burkhard Siemsen. Sie gab den Ausschlag zur Gestaltung des Martinus-Kunstwegs, der sich durch das Quartier zieht und die alte mit der neuen Kirche verbindet. 2010 kamen die Martinusstele von Elmar Hillebrand und die "Pilgerin" von Helga Weidenmüller hinzu. Eine noch unbesetzte Betonsäule soll in diesem Jahr ihr Kunstwerk erhalten. Um die Gestaltung und Pflege des Martinus-Kunstwegs kümmert sich ein dafür gegründeter Verein.

(stef)