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Kaarst: Vom Schlosser zum Logistik-Chef

Kaarst : Vom Schlosser zum Logistik-Chef

Die Gesellschaft Carolus verleiht Spediteur Hans Sturm am Montag den "Ehrenbecher 2011". Vor 50 Jahren gegründet, fahren für das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Kaarst hat, heute mehr als 50 Tiefkühl-Lkws durch ganz Europa. Die gelb-blauen Sattelzüge werben für die Stadt Kaarst.

Alles begann mit einem Krupp Mustang mit Hänger. Ein Finanzmakler finanzierte dem 23-jährigen gelernten Kfz-Schlosser Hans Sturm den ersten eigenen Lkw, mit dem er anschließend 20 Tonnen Zinksulfat von Neuss nach Rotterdam transportierte. 1961, vor genau 50 Jahren, war das und — der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Kategorie: "Vom Tellerwäscher zum Millionär".

Heute fahren für die Spedition Sturm mehr als 50 Tiefkühl-Lkws, jedes Fahrzeug mit einem Wert von rund 160 000 Euro. Der Unternehmenshauptsitz liegt seit Ende der 1050er Jahre an der Karlsforster Straße. Fahrzeugpark und Lagerhaus befinden sich in Viersen-Mackenstein. Einen weiteren Sturm-Betrieb gibt es im Gewerbegebiet Hüngert. Für die Mars GmbH und Dr. Oetker wickelt Sturm exklusiv das gesamte Logistikgeschäft ab. Wer den Chef fragt, wie er das alles geschafft hat, bekommt womöglich zu hören: "Ich weiß manchmal selbst nicht, dass ich das gewesen bin." Als Anerkennung verleiht die Gesellschaft Carolus Kaarst dem 73-Jährigen am Montag den "Carolus Ehrenbecher 2011".

Bescheiden geblieben

"Bescheiden geblieben, eher zurückhaltend, aber selbstbewusst genug, so erlebt man Hans Sturm in seinem Lebensmittellogistik-Unternehmen", sagt Carolus-Vorsitzender Hans-Peter Grabowski. Das hat auch etwas mit Sturms ganz persönlicher Geschichte zu tun. Als drittes von sieben Kindern wuchs er in Neuss aus. Sein Vater starb, als er 24 Jahre alt war. Mit 15 Jahren ging er bei Krupp in Düsseldorf in die Schlosserlehre. 1957 machte er seinen Lkw-Führerschein. Danach ging es beruflich nur noch bergauf: Auf den ersten Wagen und die erste Fahrt folgten weitere Aufträge. Nach und nach kaufte der Unternehmer elf Fernverkehrslizenzen und fünf Speditionsunternehmen. Das Geschäft wuchs. 70 Fahrer, 20 kaufmännische Angestellte und zwei Auszubildende arbeiten heute für Sturm.

"Der Rhein-Kreis Neuss ist ein Logistikdrehkreuz", sagt Grabowski. "Mit 500 Firmen und 20 000 Arbeitsplätzen ist die Logistikbranche eine Jobmaschine." Und so ganz nebenbei sei Hans Sturm ein Botschafter seiner Heimatstadt. "Täglich lesen viele tausend Menschen, woher die schicken, modernen, gelben Sättelzüge mit der blauen Aufschrift kommen: nämlich aus Kaarst, unserer — seiner — Stadt."

(NGZ)