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Kaarst: Vogt hört auf – Stadt sucht einen Nachfolger

Kaarst : Vogt hört auf – Stadt sucht einen Nachfolger

Die Aufgaben des neuen Ersten Beigeordneten sollen neu zugeschnitten werden. Die Kämmerei geht in den Bereich des Bürgermeisters über.

Den 30. September 2014 wird sich Heinz Dieter Vogt schon dick in seinem Kalender angestrichen haben, denn das ist der Tag, an dem für den noch 62-Jährigen ein Lebensabschnitt endet: Der Erste Beigeordnete und Kämmerer der Stadt Kaarst tritt nicht zur Wiederwahl an und geht in den Ruhestand, nach 24 Jahren in einem höchst verantwortungsvollen Amt. Für den Posten seines allgemeinen Vertreters — denn das ist der Erste Beigeordnete — müssen Bürgermeister Franz-Josef Moormann, der mindestens bis 2015 Verwaltungschef bleibt, und der Stadtrat rechtzeitig nach einem Nachfolger finden. Und diesbezüglich verliert der Rathaus-Chef keine Zeit.

Bereits morgen Abend (18 Uhr, Bürgerhaus, Clubraum 3) will die Verwaltung die Stellenausschreibung in den Rat einbringen — für einen "Job", der zum 1. Oktober 2014 neu vergeben werden soll. Die Neuwahl eines Beigeordneten darf laut Gemeindeordnung frühestens sechs Monate vor dem Freiwerden der Stelle vonstattengehen. Geht es nach dem vorgeschlagenen Zeitplan, würde die Ausschreibung im November in den regionalen Tageszeitungen, deren Online-Ausgaben und auf der Internet-Seite der Stadt Kaarst veröffentlicht, im Dezember endete die vierwöchige Bewerbungsfrist. Im Februar/März hätten die Fraktionen die Möglichkeit, die Bewerber kennenzulernen, und im April — zum frühestmöglichen Zeitpunkt und noch vor der im Mai stattfindenden Kommunalwahl — entschiede der Stadtrat.

Würde mit dem Prozedere zur Suche erst nach der Wahl begonnen, wäre die Zeit am Ende womöglich zu knapp, sagt Moormann. "Schließlich geht es um eine der wichtigsten Positionen, die die Verwaltung zu besetzen hat. Da ist Sorgfalt geboten." Eine frühzeitige Regelung der Nachfolge sei aus organisatorischer Sicht sinnvoll. "Aber schlussendlich", sagt Moormann, "entscheidet selbstverständlich der Rat."

Wie die Auswahl der Bewerber und der Ablauf der Wahl genau geregelt werden, ob zur Kandidatenfindung eine externe Beratung hinzugezogen werden soll, und, ob es eine offene oder geheime Anstimmung gibt, das müssen die Ratsmitglieder festlegen. Den Rahmen gibt die Gemeindeordnung vor. Ein verbrieftes Vorschlagsrecht der Parteien gibt es nicht. Sicher ist: Die Aufgabenbereiche des oder der neuen Ersten Beigeordneten sollen neu zugeschnitten werden. Zum Geschäftsbereich des Ersten Beigeordneten gehören künftig die Bereiche "Ordnungsangelegenheiten und Bürgerbüro", "Kultur, Medien und Netzwerke, Stadtmarketing", "Schule, Sport und Soziales" und "Jugend und Familie". Die Kämmerei geht in den Zuständigkeitsbereich des Bürgermeisters über.

"Dahinter", sagt Franz-Josef Moormann, "steckt zum einen die Überlegung, den Einstieg in die Position des Ersten Beigeordneten zu erleichtern. Die Kämmerei ist eine schlagkräftige und gut geführte Einheit, die Verantwortung für die gesamte Verwaltung, die mit ihrer Führung verbunden ist, ist entsprechend groß." Zum anderen sollen in Zukunft Interessenskonflikte durch die Kämmerer-Dezernenten-Doppelfunktion vermieden werden. "Denn wenn der Kulturdezernent die Kultur fördert, kann das schon mal zu Diskussionen führen", sagt Moormann.

(NGZ)