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Kaarst: Viertes Altenheim für Kaarst

Kaarst : Viertes Altenheim für Kaarst

Verwaltung und Politik halten den Bau einer weiteren Einrichtung für Senioren für nötig. Mittelfristig fehlen rund 100 Pflegeplätze im Stadtgebiet. Der Kreis befürchtet kreisweit Überkapazitäten.

Sollen Kaarster Senioren, wenn sie pflegebedürftig werden, ihren Lebensabend in einem Heim irgendwo im Rhein-Kreis, beispielsweise in Dormagen oder Rommerskirchen, verbringen müssen?

Fest steht, dass der Rhein-Kreis Neuss die Pläne der Stadt, ein viertes Altenheim bauen und betreiben zu lassen, nicht unterstützt. Zwar wird anerkannt, dass mittelfristig gut 100 Plätze im Stadtgebiet fehlen werden. Aber kreisweit befürchtet der Landrat Überkapazitäten. Gleichwohl wurde jetzt im Sozialausschuss der Bedarf einer weiteren Einrichtung gesehen.

Abgelehnt: Seniorensiedlung

Das Grundstück steht schon zur Verfügung. Das neue Haus soll hinter der bisherigen Albert-Schweitzer-Schule im Kaarster Westen errichtet werden. Der Rhein-Kreis ist nicht gegen alles, was in diesem Zusammenhang in Kaarst geplant ist. So spricht er sich für eine Erweiterung des Johanniterstifts um 25 Plätze aus — die sollen allerdings Demenzkranken vorbehalten bleiben.

Für Kaarst war in 2008 ein Bedarf von 370 Pflegeplätzen für das Jahr 2015 prognostiziert worden. Zurzeit stehen 267 im Cariatashaus St. Aldegundis Büttgen, Im Vinzenzhaus sowie im Johanniterstift insgesamt 267 Plätze zur Verfügung, so dass sich ein Fehlbedarf von 103 Plätzen ergibt.

Das angedachte neue Heim würde von einem Investor errichtet, der dann einen Betreiber sucht. Während die Verwaltung vorgeschlagen hatte, für die nächste Sitzung potenzielle Investoren einzuladen, möchte Guido Otterbein (CDU) auch, das sich mögliche Betreiber vorstellen. Dafür gab es eine breite Mehrheit.

Abgelehnt wurde dagegen ein Antrag der Zentrumspartei. Die möchte auf dem Areal in Kaarster Westen eine Seniorensiedlung errichten lassen. "Wir sollten nicht nur viereckige Klötze bauen lassen", erklärte Antragsteller Hans-Dieter Schmitz. Elisabeth Füsgen (CDU) hält nichts von einer Isolierung der Senioren und Hanno Wilsch (FDP) sprach sich für generationenübergreifenden Wohnen aus. Daniel Fleck (UWG) gab Schmitz Schützenhilfe: "Es muss doch verschiedene Wohnangebote für Senioren geben. Diesbezüglich hat es in Kaarst nie gesamtheitliche Überlegungen gegeben."

(NGZ/rl)