Kaarst: Vierter Kaarster Standort für Konverter in Prüfung

Kaarst: Vierter Kaarster Standort für Konverter in Prüfung

Der Kreis hat eine weitere Fläche, an der Stadtgrenze zu Büderich, in den Fokus gerückt. Eigentlich ist sie für Auskiesungen vorgesehen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den geplanten Stromkonverter ist ein viertes Gelände auf Kaarster Stadtgebiet in den Fokus gerückt. Im Gespräch sind demnach jetzt eine Fläche im Norden von Kaarst, an der Autobahnanbindung Kaarst-Nord (A 52); ein Areal zwischen Holzbüttgen und Büttgen, zwischen K 37 und L 154; ein weiteres im östlichen Teil Büttgens, an der Stadgrenze zu Neuss, westlichen von Bauerbahn und - eine Fläche im Dreieck zwischen A 57, Bahnlinie und Badendonker Straße, an der Stadtgrenze zu Büderich.

Das fragliche 18 Hektar große Grundstück ist - wie die Fläche an der A 52 - laut Regionalplan eigentlich als Abbaufläche für Kies vorgesehen. Ursprünglich 19 mögliche Standortbereiche für den Konverter hatte der Netzbetreiber Amprion vor gut drei Wochen präsentiert, darunter die drei oben zuerst genannten. Bei der Präsentation vor den Vertretern der Kommunen und des Kreises stellte die Kreisverwaltung die Frage, warum Amprion das als Abgrabungsgelände gekennzeichnete Areal an der Stadtgrenze zu Büderich nicht weiter untersucht habe. Schließlich seien auch andere - von Amprion vorgestellte - Standortbereiche im Regionalplan für bestimmte Nutzungen festgeschriebene, zum Beispiel für die Landwirtschaft. "Es geht hier auch ein Stück weit um Fairness", sagt Landratsvertreter Jürgen Steinmetz. "Wir haben damit keinen neuen Standort ins Gespräch gebracht, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass sich der Regionalplan gerade in der Neuaufstellung befindet und notfalls - falls sich der eine oder andere Standort als passend erweist - auch geändert werden kann." Schlussendlich, so Steinmetz, gehe es darum, einen Standort zu finden, der die geringsten Belastungen für die Anwohner mit sich bringe. Amprion habe für das Gelände an der Grenze zu Büderich jetzt offiziell die Vorprüfung eingeleitet, wie schon für die übrigen 19 potenziellen Standorte. "Daraus", sagt Steinmetz, "ergeben sich, abgesehen von der ,anderweitig vorgesehenen Nutzung', keine weiteren Ausschlussgründe."

Auch Walter Boestfleisch, Elektroingenieur aus Kaarst und ehemaliger Vorsitzender des Planungsausschusses im Kreis, hält den Standort "Nummer vier" für grundsätzlich durchaus geeignet. "Die Fläche liegt sozusagen in einem Loch ohne jede optische und akustische Nachbarschaft zur Wohnbebauung", schreibt er in einem Kommentar zur NGZ-Berichterstattung. Auch die von Amprion gewünschten kurzen Distanzen zur Trasse und zu anderen Verkehrsbeziehungen seien an dieser Stelle vorhanden, so Boestfleisch weiter. "Allein eine Änderung des Regionalplans mit Aufhebung der Auskiesungsoption würde Amprion diesem Standort eine hohe Priorität einräumen lassen. Das Land NRW dürfte bei diesem Interessenkonflikt ebenfalls kein Problem sehen, da im Regionalplan genug andere Auskiesungsflächen bereitstehen."

(NGZ)
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