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Kaarst: Vier Standorte für Grundschule

Kaarst : Vier Standorte für Grundschule

Die Ingenieur-Gesellschaft "inDIGO" hat vier Mögliche Standort-Varianten für die dritte Grundschule in Kaarst untersucht. Dem Schulausschuss soll die Untersuchung als Entscheidungsgrundlage dienen.

Sie kam später als erwartet, aber sie liegt jetzt vor: Die Expertise der Ingenieur-Gesellschaft für Dienstleistungen, Gebäude und Objektservice ("inDIGO") zum Standort der dritten Grundschule in Kaarst zeigt mögliche Alternativen auf. Ein Neubau der Grundschule Starkererseite würde demnach rund 2,6 Millionen Euro kosten, ein Anbau an das Gebäude der früheren Albert-Schweitzer-Schule würde mit rund 520 000 Euro zu Buche schlagen. SPD, Grüne, UWG, Familienpartei und Linke beantragten unbeindruckt von diesem Ergebnis ein Bekenntnis zum Grundschulstandort Stadtmitte.

Jens Schran von "inDIGO" stellte im Schulausschuss die vier möglichen Varianten vor und gab zu verstehen, dass jeweils auf äußerste Sparsamkeit geachtet wurde. Was auffällt: Die Anbau-Varianten sind nicht viel günstiger als der Neubau einer separaten Schule. Gut 2,3 Millionen Euro müssten einkalkuliert werden, wenn die Wahl auf einen Anbau an das VHS-Gebäude fallen würde.

Fridtjof Klüssendorff (Zentrum) begründete den Antrag, den seine Fraktion mit unterzeichnet hat: "Der Wille der Eltern passt leider nicht so ganz zu den Zahlen." Eine Grundschule in der Stadtmitte sei "ein Stück Lebensqualität, das wir uns leisten sollten". Dorothea Zillmer (CDU) kritisierte den gemeinsamen Antrag der "Opposition". Er sei gestellt worden, ohne das Ergebnis der auch mit den Stimmen von SPD, Grünen, UWG, Familienpartei und Linken initiierten Expertise abzuwarten.

Hanno Wilsch (FDP) sprach sich für den Standort Bussardstraße aus: "Es ist mit der Expertise unter Beweis gestellt worden, dass diese Schule mit vergleichsweise geringem Aufwand hergerichtet werden kann." Dass man für einen Neubau rund zwei Millionen Euro mehr ausgeben wolle, sei nicht nachvollziehbar. Es gehe nicht um die Sache, sondern um einen politischen Machtkampf. Ulf Imiela (SPD) empfahl, noch einmal genau nachzurechnen. Ein komplett neues Gebäude erfordere auf Jahre einen deutlich geringeren Erhaltungsaufwand und habe erheblich geringere Energiekosten zur Folge.

Kämmerer und Schuldezernent Heinz-Dieter Vogt mahnte zu mehr Sachlichkeit. Und er erinnerte daran, dass zwischen den Lösungen "Ertüchtigung des Standortes Bussardstraße" und Neubau der Grundschule Stakerseite rund zwei Millionen Euro lägen.

Christa Roelicke, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Stakerseite, machte keinen Hehl daraus, dass sie nicht gerne zur Bussardstraße ziehen möchte: Die Albert-Schweitzer-Schule ist von vielen Kaarster Eltern nicht angenommen worden – das lag zum Teil sicher auch am Standort." Doris Leßmann (CDU) gab zu bedenken, dass die Aufgabe eines Grundschulstandorts in Büttgen "fast problemlos" erfolgen konnte.

(NGZ)