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Kaarst: Verein schließt Vertrag zur Brunnen-Pflege

Kaarst : Verein schließt Vertrag zur Brunnen-Pflege

Damit die Brunnenlandschaft vor dem Büttgener Rathaus nicht wieder verwahrlost, übernimmt ein Verein die Verantwortung für die Pflege.

Vor zwei Jahren tat ihr Anblick eingefleischten Büttgenern noch im Herzen weh: Verrottet, verdreckt und verkalkt war sie – die Brunnenlandschaft auf dem Rathausplatz. Die Tier- und Blumenornamente aus Bronze, Sandstein und Granit, aus denen normalerweise vom Frühjahr bis zum Herbst das Wasser sprudelt, waren mit einer grauen, bröckeligen Staubschicht bedeckt. Heute macht das vom chinesischen Künstler Hon Sang Tong und seinem deutschen Kollegen Georg Ahrend gestaltete Kunstwerk einen ganz anderen Eindruck. Der kleine Wall, auf dem der Hauptspeier thront, ist neu verfugt, ein Teil der Wasserläufe und die Sitzbänke sind erkennbar sauberer.

Dafür gesorgt hat der im vergangenen Jahr gegründete "Förderverein Büttgener Brunnenlandschaft". Mittlerweile hat der Verein mehr als 50 Mitglieder, darunter sind so prominente Büttgener wie Ex-Fußballnationaltrainer Berti Vogts. Damit die Pflege des Brunnens nie wieder in Vergessenheit gerät, hat der Verein jetzt offiziell die Trägerschaft für das "Bauwerk" übernommen. Gestern wurde der Vertrag mit der Stadt unterzeichnet. "Wir verpflichten uns damit, den Betrieb des Brunnens in ehrenamtlicher Arbeit dauerhaft aufrechtzuerhalten", sagt der Vorsitzende Jürgen Steinmetz, der im Privatleben Büttgener und im Berufsleben Allgemeiner Vertreter des Landrats ist. "Ein Zustand der Vernachlässigung, wie er in den vergangenen Jahren geherrscht hat, darf nie wieder eintreten. Dieser Brunnen ist ein beliebter Treffpunkt in Büttgen."

Kümmern muss sich der Verein laut Vertrag nunmehr um alle Elemente und technischen Einrichtungen, die zum Betrieb des Wasserspeiers erforderlich sind, einschließlich der Rohrleitungen und Verbindungen in das Verwaltungsgebäude. Die Stadt als Eigentümerin unterstützt ihn dabei. So soll der Hausmeister des Rathauses auch in Bezug auf den Brunnen nach dem Rechten sehen. Die Stadt trägt die Kosten für Strom und Wasser. 15 000 Euro Zuschuss, sagt Steinmetz, seien zugesagt.

Mit Hochdruck arbeitet der Förderverein derweil daran, die Brunnenlandschaft bis zum 13. Juni noch weiter zum Strahlen zu bringen. Dann nämlich soll sie – eingebettet in ein großes Brunnenfest – wieder in Betrieb genommen werden. "Nachdem alle Versuche, den Kalkbelag des Hauptspeiers unter anderem mit chemischen Mitteln zu beseitigen fehlgeschlagen sind, führt jetzt kein anderer Weg an der Bearbeitung mit einem Sandstrahl-Gebläse vorbei", sagt Vereinsmitglied Egon Vossen. "Dazu wird rund um die Figur ein großes Zelt aufgestellt, um die Umgebung so weit wie möglich vor Lärm und Schmutz zu schützen. Die Fachleute gehen davon aus, dass es zwei bis drei Tage dauern kann, bis der Sockel wieder in seiner natürlichen Stein-Optik erstrahlt."

(NGZ)