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Tuppenhof in Kaarst-Vorst zeigt Herkunft von Redewendungen

Ausstellung auf dem Tuppenhof in Kaarst : Woher stammt der Satz „Auf die hohe Kante legen“?

Ab Sonntag ist die Sonderausstellung „Herkunft von Sprichwörtern und Redewendungen“ zu sehen und wird wegen der Corona-Krise sogar bis zum Ende der Tuppenhof-Saison im Oktober stehen bleiben.

Kuratorin Britta Spies, die im Schützenmuseum Neuss arbeitet, erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion die Intention der Ausstellung. „Ich hatte die Idee, den Menschen zu zeigen, wo eigentlich die Sprichwörter herkommen und wie sie entstanden sind“, sagt sie und nimmt als Beispiel die Redewendung „Etwas auf die hohe Kante legen“.

In der sogenannten „Upkammer“ des Tuppenhofs, der früheren Schaltzentrale des alten Bauernhauses, steht eine Art Himmelbett im Originalzustand. An der Rückwand gibt es zwei Schränke und eine Leiste, die sogenannte hohe Kante. „Da haben die Menschen früher ihre Wertgegenstände abgelegt, weil es der sicherste Ort im ganzen Haus war. Daraus ist die Redewendung entstanden, man legt heute sein Geld auf die hohe Kante“, erklärt Spies. Ein weiteres Beispiel: „Einen Zahn zulegen“. An offenen Feuerstellen gab es früher eine Metallplatte mit ausgeschnittenen Zähnen, an dem Töpfe hingen, mit denen Essen gekocht wurde. Haben sie einen Zahn zugelegt, wurde der Topf niedriger über das Feuer gelassen und das Essen war schneller fertig. Da viele kleine Konzerte und Veranstaltungen im Tuppenhof nicht stattfinden können, wird die Ausstellung in diesem Jahr etwas größer ausfallen.

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Die Dauerausstellungen im Tuppenhof werden nach Angaben von Britta Spies in Zusammenschluss mit rund 30 anderen Museen gemacht. „Wir haben ein gemeinsames Werbemagazin, das lockt Menschen auf den Tuppenhof, die ihn sonst nicht kennen“, sagt sie. Dem Stammpublikum wollen Spies und das Tuppenhof-Team stetig etwas Neues bieten. So hofft die Kuratorin, dass die Ausstellung trotz Corona gut besucht wird. „Die Gäste können den Tuppenhof noch einmal neu entdecken“, sagt sie.