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Tuppenhof in Kaarst: Erster Heimatpreis für „Tuppies“

Im Atrium ausgezeichnet : Erster Heimatpreis für Kaarster „Tuppies“

Insgesamt 40 ehrenamtliche Helfer vom Tuppenhof dürfen sich über die Auszeichnung freuen.

Am „Tag des Ehrenamtes“ war das Atrium des Kaarster Rathauses so gut gefüllt wie selten, wenn die Ehrengabe der Stadt verliehen wird: Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus nutzte den Termin, um erstmalig den vom Land Nordrhein-Westfalen ausgelobten Heimatpreis zu vergeben. Insgesamt 40 „Tuppies“, erkennbar an farbenfrohen Ansteckern, durften sich als ehrenamtliche Helfer des über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Tuppenhofs über die Auszeichnung freuen.

Jürgen Rau nahm als Vertreter der „Tuppies“ Urkunde und Scheck über 5000 Euro entgegen und gemeinsam strahlten alle über die Anerkennung. Der Tuppenhof, ein Vierkanthof aus dem 19. Jahrhundert in Vorst, sei mit seinem umfangreichen Jahresprogramm eine sehr große Bereicherung des kulturellen Lebens in Kaarst, betonte Nienhaus. Ohne den Einsatz der Ehrenamtler wäre aus dem Hof niemals ein Museum geworden. Jeder der „Tuppies“ bringt sich nach seinen Fähigkeiten ein: ob als Handwerker, Museumsführer, im Café, als Helfer bei Veranstaltungen oder bei der Pflege des Archivs. Mit viel Herzblut und Engagement ist der Tuppenhof so über die Kaarster Ortsgrenzen hinweg bekannt und beliebt.

Die Ehrengabe – Urkunden und selbst ausgewählte Bilder – wurde zuvor an vier Ehrenamtler verliehen, um die Wertschätzung der Stadt für freiwilligen und unentgeltlichen Einsatz für die Allgemeinheit zu würdigen. Martina Groth als „Kind des Sports“ wurde für mehr als zwanzigjährigen Einsatz im Breitensport und im Bereich Turnen bei der Sportgemeinschaft Kaarst ausgezeichnet. Als Übungsleiterin fördere sie den sozialen Zusammenhalt und bringe auch ihr Organisationstalent ein, so Nienhaus.

Peter Duksch, Karnevalsurgestein der „5 Aape“ und seit 1972 dort aktiv, zeichnet für den Büttgener Rosenmontagszug und dessen Wagenbau verantwortlich. Die ehemaligen Lehrer Hanno Wilsch und Ingrid Hartmann-Scheer sind als Lesepartner aus Kaarst nicht mehr wegzudenken – seit 2011 haben sie über 100 Aktive für diese Hilfe aquiriert. Jeder Lesepartner liest ein Mal pro Woche mit einem Kind ab der zweiten Klasse. Durch Sprache soll das Heranführen an ein selbst bestimmtes Leben leichter fallen. Darüber hinaus bietet Ingrid Hartmann-Scheer seit 2013 „Deutsch für Mütter“ in der Freizeiteinrichtung „Die Insel“ an.

Hanno Wilsch hat zudem das Café International gegründet und ist im Förderverein der VHS aktiv. Beide Geehrten sind außerdem kommunalpolitisch tätig. Die Feierstunde wurde von der Musikschule Mark Koll mit weihnachtlichen Klängen umrahmt.