Kaarst: Traditionsgaststätte schließt ihre Pforten

Kaarst : Traditionsgaststätte schließt ihre Pforten

Die Gäste informiert ein Hinweis in der Speisekarte: Das Traditionsrestaurant "Brauhaus am Rathausplatz" schließt zum 31. August. Inhaberin Helga Schulten führt das Haus in vierter Generation und hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber zuletzt war es ihr nicht mehr möglich, ausreichend neues, qualifiziertes Personal für die Küche zu gewinnen.

Der letzte Auszubildende hat im Juli seine Prüfung zum Koch mit "Sehr gut" bestanden und in einer Sterne-Gastronomie in Bonn angeheuert. "Es ist unheimlich schwer, Köche zu finden, aber auch die Suche nach geeigneten Auszubildenden fiel immer schwerer", sagt die Hotelbetriebswirtin. Ihre Vermutung: "Mit seinen Händen zu arbeiten, scheint aus der Mode gekommen zu sein." Ihre beiden Kinder, Katja (18) und Niels (20) hatten zwar gern im elterlichen Betrieb gejobbt, aber sie möchten lieber studieren - und Ehemann Hermann-Josef Thoeren (51) arbeitet längst wieder als Metallbaumeister, ist nur noch nach Feierabend in der Küche aktiv.

Das Hotel "Jan van Werth" wird bleiben, die Zimmer sollen nach und nach renoviert werden. "Wir haben sehr viele Stammgäste", sagt Helga Schulten Zwei der 20 Zimmer müssten leider wegfallen. Grund: "Der Empfangsbereich muss nach oben verlegt werden." Im Erdgeschoss plant die 54-Jährige eine kleine "getränkeorientierte Gastronomie" unter Einbeziehung der Außenterrasse Richtung Rathausplatz. Sie könne dieses Bistro selber führen, sei aber auch nicht abgeneigt, es zu verpachten. Ein möglicher Name: "Das kleine Brauhaus."

Den mit Abstand größten Raum im Erdgeschoss wird jedoch die Pelikan-Apotheke in Anspruch nehmen. "Wir vergrößern uns am künftigen Standort von jetzt 117 auf rund 175 Quadratmeter", freut sich Astrid Michalowsky. Rechnet man Kellerraum und Notdienstzimmer hinzu, sind es sogar 240 Quadratmeter. "Für die Gesundheitsversorgung in Büttgen ist das ein großer Pluspunkt", sagt die 35-Jährige. Großzügige Lagermöglichkeiten würden dazu führen, dass noch mehr Medikamente vorrätig sind. Außerdem sei mehr Platz für die Kunden: Vor allem älteren Menschen werde man für längere Beratungen einen Sitzplatz anbieten können. Die Barrierefreiheit werde durch eine Rampe sichergestellt. Im September wird das Restaurant komplett ausgeräumt, dann beginnen die Umbauarbeiten. Die Apotheke soll im Dezember umziehen. Astrid Michalowsky möchte in den größeren Räumen mit mehr Personal starten.

(NGZ)
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