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Kaarst: Taucher starten Umweltprojekt

Kaarst : Taucher starten Umweltprojekt

Der Kaarster See ist Lebensraum für viele kleine Fische, Schnecken, Muscheln und Pflanzen geworden. Entlang des Ufers wollen die Mitglieder des Tauchsportclubs Kaarst im Frühling weitere künstliche Riffe anlegen.

Wenn sich die Taucher Sonntagvormittag am Kaarster See treffen, unternehmen sie gemeinsam Spaßtauchgänge. Dafür werden sie demnächst kaum Zeit haben. Im Frühling beginnen sie, künstliche Riffe entlang des Seeufers zu errichten.

Bereits in den Jahren 2009 und 2010 haben Mitglieder des Tauchsportclubs (TSC) Kaarst fünf Riffe aus Schamottsteinen gebaut. Sie liegen nahe dem Clubhaus, an der Uferwiese sowie an der gegenüberliegenden Nordseite. "Damit wollten wir testen, welche Tiefe, Position und Ausrichtung sinnvoll ist", sagt TSC-Vorsitzender Volker Pieper. In den waagerecht liegenden Röhren haben sich bereits eine Vielzahl von Lebewesen und Pflanzen angesiedelt. Sobald die Genehmigung der Unteren Landschaftsbehörde erteilt ist, möchten die Taucher am Nordufer fünf weitere Riffe nebeneinander errichten. "Dafür verwenden wir Betonstein. Der besteht aus Sand und Zement, das ist für die Umwelt ideal", weiß Pieper. Die 36 mal 29 Zentimeter großen Steine sind doppelwandig und bieten Unterschlupf für viele Bewohner des Sees. Kleine Fische, Schnecken und Muscheln suchen im Riff Schutz vor ihren Fressfeinden wie Hecht und Barsch.

In einer Tiefe von acht Metern werden die Taucher ein sechs Meter hohes und zehn Meter breites Riff errichten. Unterstützung bekommen sie von den Seglern, Surfern und der DLRG. Schließlich ist die Arbeit ein enormer Kraftaufwand: insgesamt 2500 Steine müssen auf die gegenüberliegende Seite transportiert und aufgebaut werden. "Dafür werden einige Wochenenden investiert", sagt Volker Pieper. Deshalb möchte der Vorsitzende seine Mitglieder auch nicht noch mit den Kosten von 4500 Euro belasten. Pieper steht zwar mit den Kreiswerken Grevenbroich als Betreiber des Sees in Kontakt, doch er weiß, dass hier das Geld nicht in vollem Maße zu bekommen ist. Deshalb sollen Sponsoren helfen. Neben dem Lebensraum für Tiere und Pflanzen leisten die Riffe auch einen Beitrag zur Umwelt. "Das Filtern der Muscheln sorgt für mehr Klarheit im See. Dadurch scheint mehr Licht hinein, die Photosynthese wird besser und es entsteht mehr Sauerstoff. So reinigt sich die Natur selber", erklärt Volker Pieper.

Nach der letzten EU-Badegewässerstudie im Juni 2010 erhielt die Wasserqualität das Prädikat "ausgezeichnet". Das war nicht immer so. Vor fünf Jahren konnten die Taucher kaum die Hand vor ihren Augen sehen. Zuletzt haben sie eine Sehtiefe von 5,80 Meter gemessen. "Ein Top-Wert!", sagt Pieper. Davon können sich nicht nur die rund 100 Mitglieder des TSC Kaarst überzeugen. Jeder Taucher kann mit einer Tageskarte vom Verein auf Unterwasserexpedition im Kaarster See gehen.

(NGZ)