Kaarst: Suche nach Konverterstandort: Moormann weist Lierenfeld zurecht

Kaarst: Suche nach Konverterstandort: Moormann weist Lierenfeld zurecht

Die Suche des Übertragungsnetzbetreibers Amprion nach einem Platz für den geplanten Stromkonverter im Rhein-Kreis Neuss sorgt jetzt für interkommunale Disharmonie. In einem offenen Brief an den Dormagener Bürgermeister Erik Lierenfeld kritisiert Bürgermeister Franz-Josef Moormann Äußerungen Lierenfelds in Bezug auf die in Betracht kommenden Standorte Kaarst und Gohr mit sehr deutlichen Worten.

Lierenfeld hatte mit Amtskollege Martin Mertens aus Rommerskirchen die Bundesministerien ihrer SPD-Parteigenossen Sigmar Gabriel und Barbara Hendricks wegen des Konverters angeschrieben. Gegenüber unserer Zeitung erklärte Lierenfeld: "Sie werden sich in die Standortfindung nicht einmischen, sind aber über Amprions Einschätzung und Vorgehensweise informiert, den größtmöglichen Abstand als wichtigstes Kriterium zu verfolgen."

Erik Lierenfeld einen offenen Brief aus Kaarst. Foto: lber, lh

Angesichts des Abstands der Kaarster Dreiecksfläche zur geschlossenen Wohnbebauung (etwa 1,3 Kilometer) erklärte Lierenfeld: "Dieser Abstand und die Einbettung in die Umgebung sind gute Argumente, die für Kaarst als Standort sprechen."

Aus Kaarster Sicht ist das ein Affront. "Der Inhalt Ihrer Äußerungen befremdet mich in hohem Maße", schreibt Moormann im Brief an seinen Amtskollegen, der in Kopie auch an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, den Rommerskirchener Bürgermeister Martin Mertens und Grevenbroichs Bürgermeisterin Ursula Kwasny ging. Und weiter: "Ihre Äußerungen weise ich zurück und fordere Sie zu einem Widerruf Ihrer Empfehlungen auf. "

Schließlich, argumentiert der Kaarster Bürgermeister, treffe die Suche nach einem geeigneten Standort für einen Konverter auf eine komplexe Ausgangslage. "Es stehen Fragen der Energiewirtschaft, des Umweltschutzes, der Wirtschaftlichkeit von Infrastruktur in einem entwickelten Industrieland, aber auch Fragen der Verlässlichkeit staatlicher Planung und des Respektes vor der kommunalen Selbstverwaltung deutlich im Raum. In dieser Situation eine öffentlich breit diskutierte Themenstellung auf einfache Schlichtantworten zu reduzieren, entspricht nicht der Bedeutung der Angelegenheit."

Zudem, so Moormann, gehöre es nicht zu den Aufgaben der Stadt Dormagen, sich mit der Nutzung von Flächen im Stadtgebiet Kaarst zu befassen.

(juha)
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