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Kaarst: Startschuss fürs schnelle Internet

Kaarst : Startschuss fürs schnelle Internet

Ab August 2013 sollen auch Vorst und Holzbüttgen versorgt sein.

Es war kein echter Spatenstich, aber trotzdem ein großer Moment: Gestern Mittag zog die Deutsche Telekom die ersten hundert Meter Rohre für neue Glasfaserleitungen durch einen Erdschacht. Der Startschuss zum DSL-Ausbau in Vorst und Holzbüttgen fiel direkt vor dem Kaarster Rathaus. Das hatte keine symbolträchtige Bedeutung, sondern eine praktische. Die Verteilerstation liegt nämlich in der Stadtmitte, und von dort aus werden die Kabel bis in die unterversorgten Ortsteile verlegt.

Im Abstand von einigen hundert Metern steigen die Mitarbeiter der Telekom immer wieder über Zugänge in den Kabelkanal und ziehen mit der Seilwinde eines Unimogs die Leerrohre durch den Schacht – von Kaarst-Mitte bis nach Vorst. Im zweiten Schritt werden etwa acht Kilometer Glasfaserkabel durch die Rohre "geschossen".

Damit das schnelle Internet dann aber auch funktioniert, müssen insgesamt 19 Multifunktionsgehäuse (die am Straßenrand stehenden hellgrauen Kästen) vergrößert und mit neuer Technik ausgestattet werden. Die Telekom rechnet damit, dass ab August 2013 in Vorst und im Holzbüttgener Osten mit seinem Gewerbegebiet "Kaarster Kreuz" rund 2500 Haushalte über schnelle 50 Mega-Bit-Leitungen verfügen. "Ein Quantensprung zu den heutigen Verhältnissen", sagte Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen.

Lange klagten Bürger und Geschäftsleute über die langsamen Internetverbindungen in den betroffenen Gebieten. Zunächst hielt sich die Stadt zurück und sah es nicht als ihre Aufgabe an, den Breitbandausbau mitzufinanzieren. Schließlich bildete sich in der Politik dann aber doch eine Mehrheit für eine Beteiligung. Nach einer öffentlichen Ausschreibung erhielt die Deutsche Telekom den Zuschlag für den Breitbandausbau in Kaarst.

Das Bonner Unternehmen veranschlagt pro Kilometer verlegtem Glasfaserkabel Kosten von rund 70 000 Euro. Die Stadt beteiligt sich am Gesamtvolumen mit 250 000 Euro. Offiziell wird damit eine wirtschaftliche Deckungslücke gefüllt. "Mit dem Geld fördern wir keinen Großkonzern. Es dient der Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Kaarst", erklärte Kämmerer Heinz Dieter Vogt.

(stef)