Kaarst: Städte planen gemeinsame Gesamtschule

Kaarst : Städte planen gemeinsame Gesamtschule

Die Verwaltung denkt über Gesamtschulkooperationen mit den Nachbarkommunen Meerbusch und Korschenbroich nach. Entsprechende Entscheidungen hätten Auswirkungen auf den Bestand der Realschule in Kaarst.

Die Städte Kaarst und Meerbusch denken über eine interkommunale Zusammenarbeit zur Bildung einer Verbands-Gesamtschule nach. Ein diesbezügliches Gespräch zwischen den Bürgermeistern und Dezernenten habe es am 23. April gegeben, bestätigte Schuldezernent und Erster Beigeordneter Sebastian Semmler gestern auf Anfrage unserer Zeitung. In besagtem Gespräch sei es in erster Linie um eine Abschätzung der Nachfrage in den Schulträgerbezirken gegangen, also um die Frage, ob der gesetzlich geforderte Mindestbedarf an Schülern für eine weitere vierzügige Gesamtschule im gemeinsamen Schulträgergebiet gegeben wäre. Diese Frage, sagt Semmler, sei mit "Ja" beantwortet worden. Die Abschätzung setzt allerdings voraus, dass die Realschule als Schulform in Kaarst und Meerbusch nicht mehr existiert.

Tatsache ist: Kaarsts erste, im Schuljahr 2013/2014 an den Start gegangene Gesamtschule ist ein Erfolg und braucht mehr Platz - im räumlichen wie im auf die Schülerzahlen übertragenen Sinn. Was den Aus- und/oder Neubau - wahrscheinlich auf dem Gelände der auslaufenden Real- und Hauptschule in Büttgen - angeht, ist sich die Politik bereits einig. Die im Februar vorgelegten Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen in Kaarst für das Schuljahr 2015/16 belegen zudem, was in der Vergangenheit bereits gefordert wurde: Die Gesamtschule könnte einen fünften Klassenzug tragen. 30 Kinder, davon 20 aus Kaarst und zehn aus Korschenbroich, mussten für das kommende Schuljahr abgewiesen werden. Schuldezernent Semmler drängt jetzt auf eine Entscheidung, denn von der künftigen Schüler- und Lehrerzahl hängen auch die Planungen für den Aus- oder Neubau der Gesamtschule ab. "Wir würden das Thema Zweckverband gar nicht angehen, hätten wir nicht die Bauentscheidung vor der Brust", sagt er.

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, die bisherigen Überlegungen klingen aber bereits ziemlich konkret. An der gemeinsamen Verbands-Gesamtschule, das geht aus einer Verwaltungsvorlage für die nächste Sitzung des Schulausschusses in Meerbusch hervor, sollen sowohl Seiteneinsteigerklassen als auch inklusiver Unterricht vorgesehen und im Raumprogramm berücksichtigt werden. Um die Differenzierung in der Sekundarstufe II sicherstellen zu können, bestände die Kooperationsmöglichkeit mit den bestehenden Gesamtschulen in Kaarst und Meerbuch. Als Standort, heißt es, komme die bisherige Realschule an der Görresstraße in Osterath in Frage.

Eine zweite, davon unabhängige "Fusion" im Gesamtschulbereich ist in Kaarst nach Informationen unserer Zeitung mit der Stadt Korschenbroich angedacht. In der Nachbarkommune gibt es keine Gesamtschule, was bedeutet, dass Korschenbroicher Schüler einen Anspruch darauf haben, im Rahmen der tatsächlichen Kapazitäten an der Gesamtschule in Kaarst aufgenommen zu werden. Denkbar wäre deshalb ein Verzicht auf einen fünften Schulzug in Büttgen - zugunsten einer Dependance der Kaarster Gesamtschule in Korschenbroich.

(NGZ)
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