Kaarst: Stadt will Nachtfluggegner unterstützen

Kaarst : Stadt will Nachtfluggegner unterstützen

Der Verein "Bürger gegen Fluglärm" hat einen Antrag beim Verkehrsministerium gestellt, der den nächtlichen Lärmschutz stärken soll.

Mit einem Änderungsantrag der Nachtflugbestimmungen am Flughafen Düsseldorf wagt der Verein "Bürger gegen Fluglärm" jetzt einen neuen Vorstoß beim Landesverkehrsministerium. Ein Rechtsgutachten der Kanzlei "Nickel Eiding" hat juristisch beleuchtet, ob die Bestimmungen angefochten werden könnten. Die Antwort lautet: "Ohne weiteres." Bürgermeister Franz-Josef Moormann, der zugleich stellvertretender Vorsitzender der Fluglärmkommission ist, will den Antrag der Fluglärmgegner unterstützen. Einen entsprechenden Vorschlag wird er am Donnerstag (18 Uhr, Bürgerhaus, Clubraum 3) auch dem Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss machen.

In dem Antrag, den der Verein als "ersten, schnell zu vollziehenden Schritt" auf dem Weg zur Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr sieht, geht es in erster Linie darum, "wann" Lärm entsteht. Konkret sieht er vor, dass die sogenannte "Off-Block-Regelung" und die Möglichkeit der "Leer-Landungen" zwischen 5 und 6 Uhr morgens aus den bisherigen Nachtflugbeschränkungen gestrichen werden. Mit der "Off-Block-Regelung" ist es dem Flughafen möglich, ohne Genehmigung der Bezirksregierung Flugzeuge auch nach 22 Uhr planmäßig starten zu lassen, wenn sie bis 21.50 Uhr ihre Parkposition zum Starten verlassen haben. Bei verspäteten Landungen, heißt es, habe es sich bei den Fluggesellschaften die Vorgehensweise eingebürgert, die Flugzeuge anstatt in Düsseldorf zunächst in Köln landen zu lassen, um sie dann ab 5 Uhr morgens leer nach Düsseldorf zu überführen. Die entsprechende Ausnahmeregelung soll gestrichen werden.

"Der Antrag", sagt Moormann, "bleibt damit noch deutlich hinter den in der Fluglärmkommission eingebrachten Anträgen zurück, deshalb wird sich die Stadt Kaarst diesem auch nicht anschließen, ihn aber unterstützen." Die Fluglärmkommission hatte im November 2011 einen Beschluss aus 2007 erneuert und bekräftigt, in dem sie unter anderem keine verspäteten Starts nach 22 Uhr, keine Landungen nach 23 Uhr und einen Wegfall der sogenannten Homebase-Regelung, die den am Düsseldorfer Flughafen ansässigen Fluggesellschaften Landungsrecht bis 24 Uhr und darüber hinaus weitere Verspätungstoleranzen ohne Sondergenehmigungen einräumt, fordert. Dabei wurde auch auf eine Steigerung der durchschnittlichen Zahl der Nachtlandungen in den Jahren 2007 bis 2010 gegenüber den Jahren 2003 bis 2006 – von 1312 auf 1412 – hingewiesen. Die Fluglärmgegner stützen sich in ihrem Antrag zusätzlich auf ein Gutachten zur Gesundheitsgefährdung der Nachtflüge.

(NGZ)