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Kaarst: Stadt will Medienkompetenz fördern

Kaarst : Stadt will Medienkompetenz fördern

Beim Projekt "Kaarst verNetzt" sitzen alle örtlichen, im Kinder-, Familien- und Jugendbereich tätigen Institutionen an einem Tisch. Geplant sind Angebote für alle Altersklassen. Kaarst übernimmt damit eine Vorreiterrolle.

Wenn das evangelische Jugendcentrum am Holzbüttgener Lindenplatz (JC) für kommenden Samstag zum "Modernen Dreikampf rund um das Thema Fußball" mit Computerspielen, Kickern und Tippen einlädt, dann hat das in erster Linie etwas mit Spaß, aber auch ganz viel mit Gesundheitsvorsorge zu tun. Denn die Sache ist die: Computerspiele können abhängig machen. Wer ständig alleine zu Hause vor dem Bildschirm daddelt, hat kaum noch Zeit für Andere(s). "Gemeinschaftliches Erleben von Neuen Medien hingegen ist ein guter Schutz gegen exzessives Spielen", sagt Torben Kohring. Kohring ist Leiter des Projektes "Spieleratgeber NRW" und das Fußballturnier eine Art Startschuss für das Projekt "Kaarst verNetzt", mit dem die Stadt — mit Unterstützung von Kohring — Kinder und Jugendliche fit für die mediale Zukunft machen will. Kaarst übernimmt damit eine Vorreiterrolle.

"Der Gedanke, von der Kita, über Jugendeinrichtungen bis hin zur Schule alle Partner an einen Tisch zu bekommen, setzt sich gerade erst durch", sagt Kohring. Vom Land NRW hat das Jugendamt dafür einmalig 13 000 Euro zur Verfügung gestellt bekommen — als Anschubfinanzierung. "Ziel ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu kompetenten, aktiven und kritischen Mediennutzern zu fördern", sagt Martina Bläser vom Bereich Jugend und Familie. "Wir leben in einer Zeit, in der Computer, Handy, Internet und Fernsehen nicht mehr wegzudenken sind. Medien als Kommunikations-, Spiel-, Arbeits- und Informationsmittel sind heute Alltag. Die Teilhabe an dieser digitalen Gesellschaft setzt Medienkompetenz voraus." Und diese gilt es, zu vermitteln. Dabei seien es häufig die Erwachsenen, die sich des stetig wachsenden Medienangebotes gegenüber überfordert fühlten, sagen die Fachleute. Kinder in einer immer komplexer werdenden Medienwelt anzuleiten, sie bei der Nutzung neuer Medien zu begleiten, sie einerseits zu interessieren, sie aber gleichzeitig auch für die Risiken zu sensibilisieren, stelle Eltern, Erzieher und Lehrer vor eine große Herausforderung. Mit "Kaarst verNetzt" strebt die Stadt jetzt eine Vernetzung der örtlichen, im Kinder-, Familien- und Jugendbereich tätigen Institutionen an. Angesiedelt ist das Projekt in der Stadtkonferenz, bei der alle pädagogischen Einrichtungen vertreten sind. Langfristig, heißt es, soll es unterstützende, informative und freizeitpädagogische Angebote für alle Altersklassen im Bereich Mediennutzung geben.

Die Projektbausteine beginnen im Elementarbereich, vernetzen sich schon dort mit den Grundschulen und reichen bis in die Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen. Für die Gesamtschule ist zum Beispiel eine Radiowerkstatt angedacht. "Von den Fördermitteln werden wir jetzt unter anderem Hardware anschaffen und Schulungen organisieren", sagt Bläser. Bis zum Ende des Förderjahres müssen die 13 000 Euro verplant sein.

(NGZ)