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Kaarst: Stadt will das Hitch-Kino in Kaarst erhalten

Kaarst : Stadt will das Hitch-Kino in Kaarst erhalten

Um weiterhin aktuelle Kinofilme zeigen zu können, müsste die Stadt in neue Technik investieren. Doch in der Kasse fehlt das Geld.

Die klassische Filmrolle hat bald ausgedient, und damit steht das Kinoprogramm im Albert-Einstein-Forum vor einem Problem. Die neue digitale Technik kostet viel Geld, das der Veranstalter, das Hitch-Kino aus Neuss, nicht aufbringen kann, und die Stadt Kaarst im Hinblick auf die eigenen Finanzen am liebsten nicht aufbringen möchte.

Filme von besonderer Qualität, im Inhalt wie in der Machart: Das ist das spezielle Konzept des Hitch-Kinos. Foto: woi

Der Kulturausschuss unterstrich jetzt den Wunsch, das Kino zu erhalten. Wie die Zukunft der wöchentlichen Filmvorführungen aussieht, ist dennoch vollkommen offen. Viele Fragen können zurzeit nicht konkret beantwortet werden.

Wann wird die Umrüstung erforderlich? Nach einem weiteren Gespräch zwischen dem städtischen Kulturmanager Klaus Stevens und Hitch-Betreiber Detlef Ritz hält man eine Fortführung der Analogtechnik bis zum Jahresende oder "mindestens bis nach den Sommerferien" für möglich.

Was kostet die neue Technik? Immerhin sind die neuen Projektoren deutlich günstiger als vor zwei Jahren, statt 90 000 Euro beläuft sich der Investitionsrahmen heute auf rund 45 000 Euro. "Die Düsseldorfer Filmkunstkinos gaben uns nun aber den Hinweis, dass die Firma NEC zur Jahresmitte einen neuen digitalen Kinoprojektor auf dem deutschen Markt vorstellt, der speziell für Kinos kleinerer Größenordnung entwickelt wurde", so Klaus Stevens. Sein Preis solle unter 35 000 Euro liegen.

Wer zahlt? Detlef Ritz vom Hitch-Kino hat mitgeteilt, seine Außenspielstätte in Kaarst fortzuführen, wenn die dafür notwendige Technik von der Kommune selbst angeschafft werde. Gleiches gelte auch für seine Kinos in Düsseldorf-Garath und Meerbusch. Das Kulturamt der Stadt Meerbusch führt derzeit mit der ITK Rheinland Gespräche mit der Intention, diese zumindest als Einkäufer für die Kinotechnik-Hardware zu gewinnen. "Die ITK kann es sich durchaus vorstellen, die Technik für uns zu kaufen. Sie wird sich nun gemeinsam mit uns auch den neuen NEC-Projektor anschauen", erklärte Klaus Stevens.

Claude Köppe (Grüne) empfahl zudem, auch Sparkassen- und die Bürgerstiftung zu diesem Thema anzusprechen.

Lohnt sich das Kino? Die Zuschauerzahlen sind abhängig vom gezeigten Programm. Der Film "Ziemlich beste Freunde" sei im vergangenen Jahr dreimal mit mehr als 500 zahlenden Gästen ausverkauft gewesen. Im Schnitt kommen rund 100 Zuschauer ins Albert-Einstein-Forum. Da die Vorführtechnik bisher vom Veranstalter und die Räumlichkeiten von der Stadt gestellt wurden, spielte das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus dem Verkauf der Eintrittskarten bisher keine sehr große Rolle für die Stadt. Bei einer eigenen Neuanschaffung müssten eventuell die Eintrittspreise erhöht werden, allerdings schafft die neue Technik auch weitere Möglichkeiten wie öffentliche Fernsehübertragungen über die Satellitenanlage oder das Internet.

Wie geht es nun weiter? Das notwendige Geld käme erst in den Haushalt für das Jahr 2014. "Wenn es zumindest bis nach dem Sommerferien weitergeht wie bisher, würde die Verwaltung das Risiko eingehen, dass für einige Monate keine aktuellen Filme gezeigt werden können", sagte der Erste Beigeordnete und Kulturdezernent Heinz Dieter Vogt.

(stef)