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Kaarst: Stadt verzichtet vorerst auf Kita-Navigator

Kaarst : Stadt verzichtet vorerst auf Kita-Navigator

Die Zweifel an der Technik und der Akzeptanz der Eltern sind noch zu groß. Stadt und Politik wollen zunächst Erfahrungswerte aus anderen Kreis-Kommunen abwarten. In Neuss ist die Software gerade an den Start gegangen.

Die Situation ist unübersichtlich, jetzt schon: 16 öffentliche Kindergärten gibt es derzeit in Kaarst. Weitere sind geplant, am Vorster Wald zum Beispiel oder an der Bussardstraße. Noch nicht alle verfügen über U3-Plätze, manche sind Familienzentrum oder haben spezielle integrative Angebote.

Ab dem Kindergartenjahr 2014/2015 sollte die Kita-Platzsuche eigentlich einfacher werden: Nach dem Vorbild von Düsseldorf und auf Antrag der FDP-Fraktion wollte die Stadt einen sogenannten Kita-Navigator einführen — ein Online-Informations- und -Vormerksystem. Jetzt wird die Einführung erst einmal zurückgestellt. Zu groß sind derzeit noch die Zweifel an der Technik und der Akzeptanz der Eltern. Stadt und Politik wollen Erfahrungswerte aus anderen Kreis-Kommunen abwarten. Das hat der Jugendhilfeausschuss jetzt so entschieden.

In Düsseldorf gibt es das Online-Vormerksystem bereits seit gut zwei Jahren, in Grevenbroich und Neuss ist der Kita-Navigator im September an den Start gegangen. Anhand von Kriterien wie Stadtteil, Kindesalter und Betreuungszeit finden die Eltern im Internet-Portal eine passende Tagesstätte für ihr Kind. Jede Einrichtung fertigt ein Profil an. So soll die Kindergartenwahl noch einfacher gemacht werden. Beate van Kempen vom kommunalen IT-Dienstleister ITK Rheinland warb am Dienstag im Ausschuss für das in ihrem Haus entwickelte Software-System.

Der Kita-Navigator, sagte sie, bringe vor allem den Mitarbeitern der Kindertagesstätten etwas — nämlich mehr Zeit für die Kinder. Wohlgemerkt sei der Kita-Navigator kein System der Platzvergabe, das die Kommunikation und schlussendliche Vertragsunterzeichnung ersetze. Er helfe den Kitas lediglich bei der Verwaltung ihrer Plätze. Bislang läuft es so: Eltern, die in Kaarst einen Kita-Platz für ihr Kind suchen, besuchen einzelne Einrichtungen, um sich dort zu informieren und vormerken zu lassen. Die Verteilung läuft dezentral. Wie oft und wo sich die Familien bewerben, ist deshalb für das Jugendamt schwer einschätzbar. Im Idealfall gleichen die Kita-Leiter am Ende ihre Listen ab und entscheiden. Trotzdem kann es zu Doppelbelegungen kommen.

Beim Kita-Navigator hingegen gibt es eine zentrale Liste. Eltern können ihre Kinder auch dort übers Internet für mehrere Kitas vormerken. Das Jugendamt sieht, wo und wie oft ein Kind angemeldet ist, die jeweilige Kita bekommt nur die eigenen Interessenten angezeigt, damit niemand wegen Mehrfachanmeldungen in Erklärungsnot kommt. Betreut werden die Bewerbungen von den zuständigen Kita-Leitern. "Über das System des Kita-Navigators können dann zum Beispiel Einladungen zum persönlichen Termin verschickt werden", sagt Beate van Kempen. Denn der ist nach wie vor unverzichtbar. Ist ein Vertrag mit einer Kita unterschrieben, werden die übrigen Vormerkungen automatisch gelöscht.

(NGZ)