Stadt Kaarst will WLAN-Konzept erstellen lassen

CDU fordert mehr Tempo beim Ausbau in Kaarst : Stadt will WLAN-Konzept erstellen lassen

5000 Euro wurden in den Haushaltsberatungen für die Erstellung eines Konzeptes eingestellt, das den Ausbau des freien Netzes vorantreiben soll. Die CDU fordert nun mehr Tempo bei der Umsetzung.

Wer in Kaarst im freien WLAN-Netz surfen möchte, der muss sich in unmittelbarer Nähe des Rathauses befinden. Dieser kleine Radius, der wenn alles gut läuft, bis in den Stadtpark reicht, ist der einzige Bereich, in dem das möglich ist. In Zeiten einer zunehmend digitalisierten Welt sicher kein Pluspunkt für eine Stadt, die sich modern aufstellen möchte. Das Thema beschäftigt die Fraktionen bereits seit Jahren. Getan hat sich nur wenig.

Um das Thema wieder aufs Tableau zu bringen, hat die CDU für den kommenden Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss einen Antrag formuliert, in dem die Stadt beauftragt wird, einen kompetenten Anbieter mit einer konzeptionellen Planung für den Ausbau des WLAN-Netzes in den Ortskernen von Kaarst, Büttgen Holzbüttgen und Vorst zu beauftragen.

Die Ergebnisse sollen der Politik schnellstmöglich vorgelegt werden. Schließlich wurden in den jüngsten Haushaltsberatungen 5000 Euro für die Erstellung einer Konzeption zum Ausbau des WLAN-Netzes eingestellt. „Aber die Verwaltung kommt nicht so richtig voran bei dem Thema“, sagt der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph.

Zunächst solle ein Rahmenkonzept für die Umsetzung geschaffen werden. Um die Stadt bei dem Vorhaben zu unterstützen, soll das Konzept extern vergeben werden. Dadurch würde die Stadt konkrete Umsetzungsvorschläge inklusive Kostenberechnung für die einzelnen Bereiche erhalten.

Die Stadt hat die Forderungen in ihren Beschlussvorschlag aufgenommen, wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht. „Das Smartphone ist längst die mobile Kommunikationszentrale für die meisten Bürger geworden. E-Mails checken, etwas in den sozialen Medien posten oder von unterwegs aus nach Restaurants suchen. Das permanente Onlinesein gehört zunehmend zum Alltag“, schreibt die Verwaltung. Ein freies WLAN-Netz in den Ortskernen könne ein wesentlicher Baustein sein, um die Attraktivität der innerörtlichen Lage zu steigern.

Warum das Thema trotzdem in den vergangenen Jahren so stiefmütterlich behandelt wurde, bleibt offen. Zumal auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund Städten empfiehlt, den Aufbau offener WLAN-Netze zu unterstützen.

Auch die SPD steht dem Thema offen gegenüber. „Wir haben schon vor Jahren beantragt, WLAN an städtischen Gebäuden und Bereichen zur Verfügung zu stellen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Anneli Palmen, die auf dem Gebiet Nachholbedarf sieht. Mit dem Antrag der CDU habe sie sich noch nicht auseinandergesetzt.

Die Stadt befürwortet die Idee, sich Hilfe von außen zu holen: „Als Grundlage für die Etablierung eines offenen WLAN-Netzes ist ein speziell auf Kaarst abgestimmtes Grundlagenkonzept erforderlich, das sowohl technische, rechtliche als auch finanzielle Aspekte in die Betrachtung mit einbezieht.“ Die CDU schlägt mit Innogy SE ein konkretes mögliches Unternehmen für die Umsetzung vor, die Stadt legt sich hingegen nicht fest und spricht lediglich von einem „kompetenten externen Partner“.