Stadt Kaarst plant Genossenschaft für Gewerbegebiet

Unternehmen am Kaarster Kreuz : Stadt plant Genossenschaft für Gewerbegebiet

Um das Quartier am Kaarster Kreuz langfristig weiterzuentwickeln, sollen sich Unternehmen zusammenschließen.

Die Stadt Kaarst will das Gewerbegebiet Kaarster Kreuz fit für die Zukunft machen. Dass dabei das Thema Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle spielen soll, wurde bereits kommuniziert. Doch nun hat die Stadt die Idee eines Genossenschaftsmodells konkretisiert. Am kommenden Donnerstag soll es im Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss der Politik zur Diskussion vorgelegt werden.

Der Grundgedanke dabei ist, das Gewerbegebiet als Quartier zu verstehen und die dort (perspektivisch) angesiedelten Unternehmen dazu zu bringen, sich als ein Teil dieses Quartiers zu verstehen. Zudem sollen sie das Quartier nach ihren Bedürfnissen gestalten und langfristig weiterentwickeln. Im Vordergrund sollen insbesondere Angebote und Einrichtungen stehen, die der Gesamtheit im Quartier einen Mehrwert bieten können. Der Plan: Keine durch abstrakte Handlungsvorgaben der Stadt geprägten Vorgaben bei der Entwicklung von neuen Angeboten, sondern eine konkret auf die vorhandenen Bedürfnisse abgestellte Win-win-Situation für alle Beteiligten. Dazu bedarf es jedoch eines Organisationsrahmens, der eine Kooperation im Quartier „auf Augenhöhe unter Miteinwirkung der Stadt“ ermöglicht, so die Verwaltung. Die Voraussetzungen dafür: Eine gemeinsame Idee beziehungsweise Zielrichtung der Zusammenarbeit muss ebenso definiert werden wie die konkreten Akteure und die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft. Auch Haftungsfragen sowie der rechtliche Rahmen müssten geklärt werden.

Doch bislang sind die Pläne rein theoretisch, wie Kämmerer Stefan Meuser deutlich macht. „Wir wollen uns erstmal bei der Politik den Grundsatzbeschluss abholen und nicht direkt nach vorn preschen.“ Mit Unternehmen sei man noch nicht in Kontakt getreten. Auch inhaltlich wolle man noch nicht zu sehr in die Tiefe gehen, eben weil die Akteure der Genossenschaft selbst bestimmen sollen, welche Schwerpunkte, auch beim Thema Nachhaltigkeit, sie setzen möchten. Wichtig sei, im gemeinsamen Dialog die Zielsetzungen zu definieren. Der Nachhaltigkeitsgedanke soll laut Meuser aber auf das gesamte Gebiet ausgeweitet werden.

Das noch zu erarbeitende Finanzierungskonstrukt soll so ausgerichtet werden, dass sich die Genossenschaft insbesondere durch ihren laufenden Geschäftsbetrieb sowie den Einsatz ihres Vermögens und eventuell auch durch Mitgliedsbeiträge eigenständig finanzieren kann.

Die Gründungsphase soll durch die Stadt administrativ begleitet werden. Auch bei der Akquise von Neumitgliedern bietet sie Unterstützung an. Zwar sollen möglichst viele Unternehmen mitmachen, Meuser betont jedoch: „Eine Mitgliedschaft ist nicht verpflichtend.“

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