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Kaarst: Stadt bestreitet Verschwendung bei Kitas

Kaarst : Stadt bestreitet Verschwendung bei Kitas

Die Verwaltung hat sich der Frage der Politik angenommen, warum in Nachbarstädten wie Meerbusch Kindertagesstätten deutlich günstiger gebaut werden als in Kaarst. Zwei Projekte wurden miteinander verglichen.

Sitzt das Geld in Kaarst zu locker, wenn es um Baumaßnahmen wie zum Beispiel neue Kindertagesstätten geht? Im Jugendhilfeausschuss war vorgebracht worden, dass in Nachbarstädten wie Meerbusch deutlich günstiger gebaut wird. Die Verwaltung hat sich deshalb intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Die technische Prüferin im Rechnungsprüfungsamt, Inge Jackisch, stellte jetzt die Ergebnisse der Überprüfung vor.

Jackisch hat die Kita "Himmelszelt" in Meerbusch und die zu errichtende Kindertagesstätte Lichtenvoorder Straße in Büttgen miteinander verglichen. Um das Ergebnis der Stadt vorwegzunehmen: In Kaarst wird nicht verschwenderisch mit Steuergeldern umgegangen. Dass Kitas künftig billiger gebaut werden können, hat auch damit zu tun, dass der Landschaftsverband Rheinland die Richtlinien gelockert hat.

Bereits im Jugendhilfeausschuss war mitgeteilt worden, dass als Konsequenz die geplante zweigruppige "Kita am Wald" nicht wie ursprünglich angenommen 608 Quadratmeter groß sein muss, sondern dass jetzt 496 Quadratmeter ausreichen. Vom Architekten des Meerbuscher Kindergartens erfuhr Ingrid Jackisch, dass die Kirchen als Bauherr nicht an die Vergabeordnung gebunden sind, die eine Stadt wie Kaarst beachten muss. Sie könnten mit einem Unternehmer vereinbaren, dass der auch künftige Aufträge bekommt. So etwas wäre in einer Kommune undenkbar. Die daraus resultierende Kostenersparnis bezifferte die technische Prüferin mit 17 Prozent der Baukosten.

Jackisch war aufgefallen, dass in Kaarst lediglich die Personal-, Neben- und andere Räume großzügiger dimensioniert sind als beispielsweise in der Meerbuscher Kita "Himmelszelt". Außerdem werde in Kaarst hochwertiger gebaut, was der Langlebigkeit der Gebäude und der Einsparung von Energiekosten diene, hieß es. Eine Putzfassade beispielsweise müsse im Gegensatz zu einer teureren Klinkerfassade regelmäßig gestrichen werden.

Eine weitere Erkenntnis: Es gibt Grundkosten, die in allen Kindertagesstätten anfallen und die mit der Anzahl der Gruppen nicht proportional ansteigen. So ist eine für vier Gruppen ausgelegte Einrichtung nicht doppelt so teuer wie eine zweigruppige Kita, wie sie auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage am Vorster Wald vorgesehen ist.

Heinz-Gerd Klein vom Bereich Gebäudewirtschaft hatte durchgerechnet, wie Einsparungen erzielt werden können. Dies gelingt in nennenswertem Umfang durch Reduzierung der Grundfläche, aber auch durch Reduzierung der Raumhöhe oder durch Modulbauweise, wie sie bislang für das Sportlerheim in Vorst im oberen Stockwerk vorgesehen ist.

(NGZ)