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Kaarst: SPD will Behördennummer 115

Kaarst : SPD will Behördennummer 115

Die Sozialdemokraten möchten die einheitliche Servicenummer 115 für Kaarst einführen. Ratsuchende würden in einer Düsseldorfer Telefonzentrale landen. In Neuss läuft das Projekt mittlerweile mit großem Erfolg.

Der direkte Draht zur Stadtverwaltung könnte demnächst nach Düsseldorf führen. Bei Fragen zur Kfz-Zulassung zum Beispiel, zum Personalausweis oder zum Elterngeld würden Kaarster unter der Rufnummer 115 dann bei der "Info-Line Düsseldorf" landen. So wünscht es sich jedenfalls die SPD. Für die nächste Sitzung des Hauptausschusses am 23. August haben die Sozialdemokraten beantragt, dass die Verwaltung entsprechende Verhandlungen zur Einführung der einheitlichen Behördennummer im Jahr 2013 aufnimmt.

In der Nachbarstadt Neuss ist das schon geschehen. Die Quirinusstadt war 2010 die erste Kommune im Rhein-Kreis, die das Angebot einführte. Die städtische Telefonzentrale wurde aufgegeben, die Aufgaben an die "Info-Line Düsseldorf" übertragen. Seit einer Gebührensenkung der Mobilfunkbetreiber ist das Projekt ein Erfolg. Eine hohe Servicequalität, die Entlastung der Dienststellen und die Reduzierung der Kosten, heißt es im Neusser Rathaus, sprächen für das Projekt.

Aus dem Festnetz und aus einigen Mobilfunknetzen ist die 115 seit Frühjahr dieses Jahres zum Ortstarif und damit kostenlos über Flatrates erreichbar. Während die Umstellung im Festnetz auf einer Verfügung der Bundesnetzagentur basiert, ist sie im Mobilfunk freiwillig.

Die hohen Gebühren der Mobilfunkbetreiber waren unter anderem ein Punkt, der die Stadt Kaarst vor zweieinhalb Jahren davon abhielt, sich wie Neuss dem Pilotprojekt "D 115" anzuschließen. Rat und Fraktionen hatten darüber beraten, am Ende wurde einer Empfehlung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gefolgt. Der hatte Kaarst angesichts der "dramatischen Finanzsituation" seinerzeit ans Herz gelegt, zusätzliche freiwillige Aufgaben, die den Haushalt belasten würden, bis auf weiteres nicht aufzugreifen. Dazu zählte auch die Teilnahme am Projekt "D 115".

Mittlerweile, sagt die SPD, sei die Pilotphase abgeschlossen und die vorliegenden Erfahrungswerte durchweg positiv. So habe eine Studie ergeben, dass 80 Prozent der Anrufer mit dem Auskunftsservice der 115 zufrieden seien. "Die SPD ist nach wie vor der Meinung, dass die einheitliche Behördennummer ein wesentlicher Fortschritt im Streben nach einer bürgerfreundlichen Verwaltung wäre", sagt Fraktionschefin Elke Beyer.

Die Verwaltung will das Thema jetzt wieder aufgreifen. Rechtzeitig zu den Haushaltsberatungen 2013, heißt es in der Beschlussvorlage zum Hauptausschuss, sollen der Politik beschlussreife Informationen vorliegen.

(NGZ/rl)