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Kaarst: SPD und Grüne: "Artothek erhalten"

Kaarst : SPD und Grüne: "Artothek erhalten"

Ein Antrag der CDU, das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Kaarster Kunstausleihe auf den Prüfstand zu stellen, sorgt für Streit zwischen den Fraktionen.

SPD und Grüne kritisieren einen Antrag der CDU, das Kosten-Nutzen-Verhältnis der "Artothek" auf den Prüfstand zu stellen. Seit 1986 können Bürger bei der Stadt — in der Artothek im Souterrain des Kaarster Rathauses — für kleines Geld Bilder und Objekte ausleihen. Pro Woche gibt es durchschnittlich eine Ausleihe. Morgen Abend (17. Juli, 18.30 Uhr, Bürgerhaus) diskutiert der Kulturausschuss über das Thema. "Die SPD weist den Angriff der CDU auf die Kunstsammlung und die Artothek zurück", sagt SPD-Fraktionschefin Elke Beyer. "Hier wird Betriebswirtschaft mit Politik verwechselt."

In ihrem Antrag, so die Sozialdemokraten, folge die CDU einer Forderung der Jungen Union, die auch in diesem Jahr auf ihrer Suche nach Einsparmöglichkeiten erneut dasjenige Kulturangebot der Stadt Kaarst ins Visier nehme, das mit denkbar niedrigstem finanziellen Einsatz eine größtmögliche Wirkung erziele. Ginge es nur um die Kunstleihe, sei die Rechnung schnell aufgemacht: "Die Kosten der Artothek beziffern sich aus der Differenz zwischen den Aufwendungen für das Personal — 12 bis 15 Stunden im Jahr — und den Einnahmen aus Leihgebühren in Höhe von circa 600 Euro", so Beyer. Worum es wirklich gehe, werde vielmehr im offiziellen Mitteilungsblatt der Jungen Union deutlich.

Dort heiße es, das Kosten- Nutzen- Verhältnis der Artothek stehe nicht in Einklang, daher müssten nach kritischer Überprüfung die Kosten reduziert werden, andernfalls müsse über härtere Maßnahmen nachgedacht werden — zum Beispiel über die Versteigerung einiger derzeit zur Artothek gehörenden Bilder. "Damit gerät in Zeiten knapper Kassen die Kunstförderung als sogenannte ,freiwillige Aufgabe' immer wieder unter besonderen Rechtfertigungszwang", sagt Kulturausschussmitglied Monika Hartings.

Die Grünen sehen das ähnlich. Die Kaarster Artothek, heißt es, sei einerseits ein kulturelles Angebot der Stadt an die Bürger und erfülle andererseits die Funktion der Dokumentation eines Teils der Kaarster Kunstgeschichte. "Die Frage nach den Kosten und Einnahmen der Artothek darf selbstverständlich gestellt werden", sagt Claude Köppe, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. "Es ist immer gut über Verbesserungen nachzudenken." Ein Kosten-Nutzen-Verhältnis zu ermitteln sei in diesem Zusammenhang allerdings schlichtweg unmöglich und führe nur dazu, dass kulturelle Angebote gestrichen statt weiterentwickelt würden.

"Daher", so Koeppe, "setzen wir uns als Grüne konsequent für eine Weiterentwicklung der Artothek ein, denn sie bietet den Bürgern nicht nur eine leichte Zugangsmöglichkeit zur Kunst, sondern bildet auch einen kulturellen Fußabdruck unserer Zeit."

(juha)