Kaarst: SPD im Regionalrat diskutiert die Konverterpläne

Kaarst: SPD im Regionalrat diskutiert die Konverterpläne

Auf Einladung der SPD-Fraktion des Regionalrats haben die SPD-Fraktionen der von einem Konverterbau möglicherweise betroffenen Kommunen Kaarst, Dormagen, Rommerskirchen und Grevenbroich über die Standortsuche für den umstrittenen Konverter diskutiert.

Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat sich auf die "Dreiecksfläche" in Kaarst - zwischen A 57, Bahnlinie und Necklenbroicher Straße - und Gohr als Standortalternativen festgelegt. "Wir werden als Regionalratsfraktion das Verfahren unterstützen, das die Interessen der Bevölkerung am besten berücksichtigt", erklärte Regionalratsmitglied Rainer Thiel MdL. Klar sei, dass Amprion und die Bundesnetzagentur nun das Zielabweichungsverfahren rechtssicher vorbereiten müssten, das eine Aufhebung der Bindung an Kiesabbau für die Dreiecksfläche ermöglichen soll. Mit einer Entscheidung sei frühestens Ende des Jahres zu rechnen.

Unterdessen hat Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld seinem Kaarster Amtskollegen Franz-Josef Moormann auf dessen harsche Kritik geantwortet. Über den Inhalt des Briefs sagt Lierenfeld nur: "Ich werde mich nicht öffentlich dazu äußern." Moormann hatte kritisiert, dass Lierenfeld in Gohr angesichts des Abstands der Dreiecksfläche zur geschlossenen Wohnbebauung (etwa 1,3 Kilometer, je nach Standort) erklärt hatte: "Dieser Abstand und die Einbettung in die Umgebung sind gute Argumente, die für Kaarst als Standort sprechen." Moormann hatte Lierenfeld zum "Widerruf Ihrer Empfehlungen" aufgefordert.

Die Kaarster SPD lehnt - ebenso wie der gesamte Stadtrat - einen Stromkonverter auf Kaarster Stadtgebiet ab und kritisieren die Entscheidung des Unternehmens Amprion. Die Politik bemängelt das Verfahren als intransparent und sieht darin das kommunale Selbstverwaltungsrecht ausgehebelt.

(juha/cw-)
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