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Kaarst: Sonntagsmesse in Vorst gestrichen

Kaarst : Sonntagsmesse in Vorst gestrichen

Seit Samstag gilt in der katholischen Pfarreiengemeinschaft Kaarst/Büttgen eine neue Gottesdienstordnung. Weil derzeit zwei pastorale Kräfte fehlen, findet unter anderem am Sonntagmorgen in Vorst keine Messe mehr statt.

Sonntag früh um neun werden die Kirchentüren von St. Antonius für die Gläubigen geschlossen bleiben — zum ersten Mal und wie fortan jeden Sonntagmorgen in Vorst. Weil der katholischen Pfarreiengemeinschaft Kaarst/Büttgen seit Anfang September mit Monsignore Josef Brans und Pfarrer Jürgend Arnolds zwei Priester fehlen, musste der Gottesdienstplan neu aufgestellt werden. Die Umorganisation geht mit für die Gemeindemitglieder spürbaren Einschnitten einher.

So wird es in Büttgen zum Beispiel am Samstag keine "18.30 Uhr"-Messe mehr geben. Die Heiligen Messen in Kaarst (9.30 Uhr und 11 Uhr) werden zu einem Gottesdienst um 10 Uhr zusammengefasst und die Sonntagabendmesse (18 Uhr) wechselt von Holzbüttgen nach Kaarst. Am härtesten, so hat es den Anschein, treffen die Neuregelungen aber die Katholiken in Vorst. Dort wird die Sonntagmorgenmesse gestrichen.

Vor allem für ältere, womöglich nicht mehr mobile Menschen, gesteht Richard Derichs, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, ein, sei das in erster Linie ein praktisches Problem. Wer Wert auf einen Gottesdienstbesuch am Sonntagmorgen legt, muss jetzt von Vorst aus in einen anderen Ortsteil fahren. "Ich kann gut verstehen, dass das erst einmal eine Umstellung ist." An der Notwendigkeit der Umorganisationen, betonen Derichs und Pfarrverweser Monsignore Axel Werner, ändere das allerdings nichts.

Neun Gottesdienste hat es bislang in der Pfarreiengemeinschaft Kaarst/Büttgen gegeben. Mit zwei pastoralen Kräften weniger, sagt Werner, sei das nicht mehr zu stemmen. Der Gottesdienstplan müsse jetzt von drei Priestern bewältigt werden, von denen während circa 25 Wochen im Jahr einer entweder im Urlaub oder beruflich unterwegs sei.

Anfang September haben deshalb der Pfarrgemeinderat, die Vertreter der Ortsausschüsse der vier Pfarreien und der Kindermesskreise sowie das Team aller Seelsorger die neue Gottesdienstordnung beschlossen, und zwar einstimmig. "Ich weiß, dass manche Änderung nicht mit Freude aufgenommen werden wird und zunächst eine Einschränkung beliebter Gewohnheiten bedeutet", sagt Axel Werner. Gleichzeitig bedeute die Konzentrierung der geistlichen Kräfte aber auch eine Chance, sich als Gemeinde und Pfarreiengemeinschaft näher zu sein als je zuvor.

Die Neuregelungen im Kaarster Gottesdienstplan gelten bis auf weiteres, mindestens aber für ein Jahr — bis die Stelle von Pfarrer Josef Brans vom Erzbistum Köln neu besetzt ist. "Wenn der neue leitende Pfarrer da ist, werden wir die Ornung noch mal neu überdenken", sagt Derichs. "Nach dem Weggang von Jürgen Arnolds hätten wir eigentlich auch Anspruch auf einen zusätzlichen Pfarrvikar."

(NGZ)