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Kaarst: Solarstrom für E-Bikes zum Null-Tarif

Kaarst : Solarstrom für E-Bikes zum Null-Tarif

Mit der Einrichtung einer öffentlichen Ladestation für Elektrofahrzeuge bekennt sich die Stadt zu regenerativen Energien. Die Station soll demnächst am Rathaus in Kaarst stehen. Die Grünen möchten nun auch die Zweiräder mit Strom versorgen. Ihr Antrag für eine Solarladestation für E-Bikes wird am Donnerstag im Hauptausschuss diskutiert.

Das Unternehmen Rainer Daut Beratung + Marketingservice bietet 150 Gemeinden zwischen 5000 und 50 000 Einwohnern in NRW eine kostenlose Solarladestation für Elektrofahrräder an. Ihr Motto lautet "Null-Emission zum Null-Tarif". Finanziert werden soll die Station über Werbung. Die Gegenleistung der Stadt besteht darin, einen attraktiven Standort bereit zu stellen. Mehr als ein halber Autostellplatz werde nicht benötigt. Die Frist zur Interessensbekundung wurde vom Unternehmen bis 31. Dezember verlängert.

In der Novembersitzung des Stadtrats wurde das Thema ein erstes Mal von den Grünen vorgestellt. Bürgermeister Franz-Josef Moormann zeigte sich dort zurückhaltend. "Es geht dabei nicht um die Station als solche, sondern allein um den Fakt der Werbung", sagt Stadtsprecherin Sigrid Hecker.

Die Stadt besitzt einen Vereinbarung mit der Deutschen Gesellschaft für Stadtverkehrsangelegenheiten (Degesta) zur Werbung im öffentlichen Raum. Degesta besitzt damit die Werbehoheit für Kaarst. Um einen möglichen Verstoß dagegen zu vermeiden, wurde Degesta von der Stadt um Stellungnahme gebeten. Diese steht noch aus.

Das Angebot ist nicht zu vergleichen mit der Anschaffung von Defibrillatoren, die ebenfalls über Sponsoren finanziert wurden. "Über das Sport- und Sozialamt konnten wir Einfluss darauf nehmen, so dass sie über lokale Werbung finanziert wurden und wir vermeiden konnten, dass für eine Telefonhotline oder ähnliches geworben wird", erklärt Hecker.

Der Städte- und Gemeindebund sieht derzeit nicht alle rechtlichen Hintergründe des Projekts geklärt oder von der Firma Rainer Daut Beratung + Marketingservice transparent dargelegt. Er mahnt deshalb noch zur Zurückhaltung.

(NGZ)