Duldung für Familie Maksuti bis Januar verlängert: Situation im Kosovo weiterhin problematisch

Duldung für Familie Maksuti bis Januar verlängert : Situation im Kosovo weiterhin problematisch

Safet Maksuti, seine Ehefrau Nazmije sowie die beiden Kinder Ardian und Ardiana sollen nach wie vor in den Kosovo abgeschoben werden. Aber vor dem Weihnachtsfest schöpfte die Familie jetzt doch noch etwas Hoffnung, in Deutschland bleiben zu können.

Safet Maksuti, seine Ehefrau Nazmije sowie die beiden Kinder Ardian und Ardiana sollen nach wie vor in den Kosovo abgeschoben werden. Aber vor dem Weihnachtsfest schöpfte die Familie jetzt doch noch etwas Hoffnung, in Deutschland bleiben zu können.

Der Familienvater berichtete gegenüber der NGZ, die "Duldung" für seine Frau und die beiden Kinder sei inzwischen bis zum 14. Januar 2001 verlängert worden. Mit dazu beigetragen hat möglicherweise auch eine Beurteilung des Amtsarztes, bei dem sich die gesundheitlich angeschlagene Nazmije Maksuti Mitte Dezember untersuchen ließ. Safet Maksuti darf noch länger in Deutschland bleiben. Die Ausländerbehörde verlängerte seine Duldung bis zum 14. März 2001. Der Hausarzt, bei dem Nazmije Maksuti seit 1996 in regelmäßiger Behandlung ist, habe attestiert, dass sie aufgrund ihres Gesundheitszustandes zumindest nicht im Winter in den Kosovo zurück geschickt werden dürfe, weil dort eine weitere ärztliche Behandlung zurzeit noch nicht gewährleistet sei.

Eine Reaktion auf die Eingaben an Bürgermeister, Landrat oder Innenminister sei bisher nicht erfolgt, berichtete Safet Maksuti. Annemarie Scholz, eine Mitbewohnerin, hatte vom Schicksal der Familie erfahren, spontan Unterschriften von Freunden und Bekannten gesammelt und sie an den Bürgermeister und an den Innenminister weitergeleitet. Sie schilderte den Eindruck, den die Familie nicht nur auf sie mache: "Es sind so nette Leute. Die Frau ist traurig, sie hat Angst und ist nur noch ein Häufchen Elend. Der Mann zahlt Steuern und in die Rentenversicherung ein. Die Kinder der Familie sind lieb, machen keinen Krach und haben nette Kontakte zu anderen Kindern. Ihre Heimatsprache ist Deutsch. Und nun sollen sie in den Dreck abgeschoben werden. Das tut mir richtig weh. Ich verstehe die Behörden nicht."

Jetzt kehrte der Bruder von Safet Maksuti, Smajl (seit Mai Kosovare mit deutschem Pass) nach einwöchigem Aufenthalt in Koshare, dem nahe Pristina gelegenen Heimatdorf der Familie, mit fast zweitägiger wetterbedingter Verspätung per Flugzeug zurück. Sein Bericht über die Zustände in dem 2.500 Einwohner zählenden Dorf belastet die Familie nachhaltig. Es gebe kaum Hoffnung auf eine Besserung der allgemeinen Lebenssituation, schilderte Smajl Maksuti. Die Menschen seien ohne Motivation, weil sie einer ungewissen Zukunft entgegensähen. So fehle auch der Wille zum Wiederaufbau. "Die Leute wissen nicht, für wen sie das tun sollten. Sie sind nicht sicher, ob sie davon später profitieren können", erklärte Smajl Maksuti.

Die Lehrer hätten über Monate kein Geld bekommen, von einer Ausbildung der Kinder könne kaum die Rede sein. Arbeit gebe es so gut wie nicht, elektrischen Strom nur stundenweise, und die Fabriken seinen still gelegt. Viele Bewohner hielten sich mit kleinen Schmuggeleien über Wasser. Andere überlebten, weil sie von außen unterstützt würden. Hilfsorganisationen würden die Bausubstanz umliegender Schulen in Ordnung halten. Ins Haus der Eltern könne die Familie seines Bruders nicht ziehen, weil es mittlerweile mit zwölf Personen überbelegt sei. Erbe