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Kaarst: Shakespeare in der Galerie

Kaarst : Shakespeare in der Galerie

Bereits vor den Auftritten im Vorster Tuppenhof hat die Theater-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums in der Galerie Splettstößer einen Einblick in die Vorbereitungen gegeben. Im Herbst wird "Ein Sommernachtstraum" zu sehen sein.

Bevor Wilhelm Schiefer die Theater-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums im Vorster Tuppenhof auftreten lässt, gewährt er in der Kaarster Galerie Splettstößer einen Einblick in die Vorbereitungen. Das ist mittlerweile guter Brauch. Im Herbst wird auf dem alten Vierkanthof die Shakespeare-Komödie "Ein Sommernachtstraum" zu sehen sein. In der Galerie von Brigitte Splettstößer standen jetzt die Handwerker im Mittelpunkt, "Pyramus und Thisbe", das Stück im Stück, die Tragödie in der Komödie, proben.

Es gibt zwar viel zu lachen, aber Wilhelm Schiefer legt in seiner Inszenierung durchaus Wert darauf, diesen Teil der Komödie "nicht nur als Ulk rüberzubringen". Wilhelm Schiefer ist und bleibt Perfektionist. So selbstverständlich ist das nicht: Das Mitglied der Kaarster Künstlergruppe Salix und frühere Lehrer am Georg-Büchner-Gymnasium wird demnächst 76 Jahre alt und befindet sich derzeit nach gesundheitlichen Problemen in einer Reha-Maßnahme. Dort "schwänzte" er jetzt, kam in die Galerie an der Rathausstraße — und konnte zufrieden sein. Josef Gammersbach hatte die Proben während Schiefers krankheitsbedingtem Ausfall geleitet.

Jetzt gefiel er als Wortführer der Handwerker, die für die feinen Herrschaften ein Theaterstück aufführen wollen und im Wald proben. "Seid pünktlich oder es setzt was": Die Sprache ist erfrischend rau. Zunächst bekommt der Zuschauer mit, wie die Rollen der wackeren Handwerksleute aufgeteilt werden.

Leon Bluhm kann als Thisbe absolut überzeugen, obwohl er sich zunächst geziert hatte, eine Frauenrolle zu übernehmen. Siegfried Müller erwies sich als noch nicht so ganz textsicher. Trotzdem zeichnet sich ab, dass es eine gute Wahl war, ihn den Pyramus spielen zu lassen. Werner Paulitschke hat die Wand zu spielen, die die beiden Liebenden, Thisbe und Pyramus, voneinander trennt. Und Wolfgang Scheffler schlüpft in die Rolle des Mondes. Tim Dübbert begeisterte das Publikum mit seinem animalischen Löwen-Brüllen. Im wahren Leben ist er Schnock, der Schreiner.

Auch wer die Proben jetzt gesehen hat, hat noch viele Gründe, sich die ganze Vorstellung anzuschauen. "Puck ist eine Art Mephisto", kündigte Schiefer an. Daniela Kortmann, die in diese Rolle schlüpfen wird, konnte jetzt nicht auftreten, weil sie zeitgleich ein paar Tänze einstudiert — "exotische, animalische Tänze", wie Schiefer verriet. Seine Frau protestierte, als ihr Mann noch ein Geheimnis ausplauderte: Es werde im Tuppenhof ein sehr ausgefallenes Bühnenbild geben, nicht etwas durch bemalte Kulissen, sondern ausschließlich durch Lichteffekte hervorgerufen.

(NGZ/rl)