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Kaarst: Senioreninitiative will Bürgerbus in Kaarst

Kaarst : Senioreninitiative will Bürgerbus in Kaarst

Die Stadt ist durch den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eigentlich gut vernetzt. Drei Verkehrsunternehmen auf der Straße sowie Deutsche- und Regiobahn auf der Schiene bringen die Bürger von A nach B. Aber es gibt trotzdem Ecken in Kaarst, die unerschlossen sind, weil es sich für den ÖPNV nicht rentiert. Hier könnte ein Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern aushelfen. Er verkehrt bereits in Korschenbroich und Willich mit Erfolg. Die Senioren-Initiative möchte den Bürgerbus auch in Kaarst auf den Weg bringen.

Am Anfang stand eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus. "Vor uns liegt eine große Arbeit", sagt Projektleiter Manfred Stranz. Potenzielle Standorte für Haltestellen gibt es: im Südzipfel von Büttgen, im Broicherdorf bei den vielen Hochhäusern und in fast ganz Holzbüttgen. "Zunächst wird jeder die Idee toll finden, aber wir müssen einen Mittelweg finden", so Stranz. Das heißt, dass nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann. "Theoretisch bräuchten wir drei Bürgerbusse", meint der Projektleiter. Allerdings darf der Bus keine Konkurrenz zum ÖPNV darstellen und dessen Linienwege auch nur teilweise befahren. Betreiber wäre ein Bürgerbusverein. Dann zahlt das Land Fördergelder von rund 42 000 Euro. Damit könnte das Fahrzeug — ein Kleinbus mit acht Sitzplätzen — angeschafft werden. Weitere 20 000 Euro müssten in den Umbau investiert werden, damit die Fahrgäste bequem einsteigen und zu ihrem Platz gehen können. Insgesamt müssten etwa 100 000 Euro aufgebracht werden. Weitere Kosten wären die Einrichtung von Haltestellen und die Schulung der ehrenamtlichen Fahrer.

"Meiner Meinung nach sollte die Stadt die restlichen Kosten tragen, um zufriedene Bürger zu haben", sagt Manfred Stranz. Laufende Kosten wie Kraftstoff und Versicherung sollen neben den Einnahmen durch Fahrgäste über Sponsoren gedeckt werden. Ein mögliches Minus müsste die Stadt mit einer Patronatserklärung ausgleichen. "Ziel ist es, dass vor allem die Senioren in den Randbezirken durch den Bürgerbus wieder mehr am öffentlichen Leben teilnehmen können", erklärt Stranz.

Eine Fahrt soll rund einen Euro kosten. Monatskarten anderer Verkehrsbetriebe gelten nicht. Die Senioren-Initiative wird nun weiter informieren und den Bedarf abfragen. Der neu gegründete Bürgerbusverein stündenicht nur Senioren, sondern jedem offen.

Kontakt: Manfred Stranz, Tel.: 02131-1762560, oder Renate Raderschall, Tel.: 02131- 7420783

(NGZ)