Kaarst: Schwarze Sheriffs für Kaarst

Kaarst: Schwarze Sheriffs für Kaarst

CDU und FDP haben sich auf den Einsatz privater Sicherheitskräfte in der Kaarster Innenstadt geeinigt. Für 10 000 Euro sollen sie zunächst ein halbes Jahr lang in Stadtpark und Umgebung auf Streife sein.

Von Mai bis September werden private Sicherheitskräfte in der Kaarster Innenstadt patrouillieren. Darauf haben sich die Fraktionen von CDU und FDP, die die Mehrheit im Rat stellen, verständigt. Donnerstag Abend wollen sie den Test-Einsatz der "Schwarzen Sheriffs", wie die Opposition die privaten Sicherheitsleute nennt, im Hauptausschuss beschließen. Kostenpunkt: 10 000 Euro.

Elf schwere oder gefährliche Körperverletzungen hat die Polizei im Jahr 2009 auf öffentlichen Plätzen und Wegen in der Kaarster Innenstadt gezählt. Relativ wenige, wie die Polizei findet. "Die Zahl ist im Vergleich zu anderen Städten im Rhein-Kreis Neuss unauffällig", sagt Polizei-Sprecher Hans-Willi Arnold. Tatsächlich geht es CDU und FDP, besonders den Liberalen, nicht nur um die Verbesserung der objektiven Sicherheit, sondern auch um die des "subjektiven Sicherheitsbefindens". Viele ältere Bürger fühlen sich eben nicht mehr sicher, wenn sie abends durch den Stadtpark laufen. Der Sicherheitsdienst soll das Gefühl der Sicherheit in der Innenstadt erhöhen, zunächst in einer Testphase über den Sommer. An drei Tagen in der Woche, jeweils vier Stunden lang.

Hanno Wilsch, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP, verweist auf das vergangene Jahr, in dem es eine Reihe an Körperverletzungen in Kaarst gegeben habe. "Wir müssen zeigen, dass wir etwas tun, und die Menschen beruhigen", sagt der Politiker. Besonders Jugendliche sollten durch die Präsenz der Sicherheitskräfte abgeschreckt werden. Aus dem vergangenen Sommer stammt der FDP-Antrag, der jetzt auf eine Testphase von einem halben Jahr reduziert wurde, und den die CDU nun mitträgt.

Lars Christoph, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU erklärt: "Das ist bewusst als Test angelegt, danach bekommen wir einen Bericht der Firma, des Ordnungsamts und der Polizei und können entscheiden, ob das Projekt weitergeführt wird." In der Präventionsarbeit sei Kaarst sehr weit, sagt Christoph, etwa mit Sozialarbeitern an weiterführenden Schulen. Man sollte diese Sicherheitsmaßnahme nicht gegen die Prävention ausspielen. "Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen."

Hanno Wilsch gesteht ein, dass die Auswertung der Ergebnisse nicht einfach werde. "Man kann nicht einfach Kästchen abhaken und so klären, ob es gut gelaufen ist", sagt der FDP-Politiker. Ein großer Erfolg sei es, wenn nichts passiere.

(NGZ)