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Kaarst: Schutzzonen werden überprüft

Kaarst : Schutzzonen werden überprüft

Auf Einladung der Kaarster Grünen berichtete Horst Becker, Parlamentarischen Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium, über den Sachstand beim Thema "Fluglärm".

Seit einem Dreivierteljahr gehören die Grünen der Landesregierung Nordrhein-Westfalens an. Ein wichtiges Thema auf dem Weg zum Wahlerfolg war der Fluglärm. Den Sachstand und die Zukunftsaussichten fragten die Kaarster Grünen jetzt bei einer Veranstaltung mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium, Horst Becker, ab.

Die Verspätungen nach 23 Uhr nehmen zu. Der Verkehr am Himmel wird dichter. "Ich sehe kein Auto, rieche aber Dieselgestank", sagte Lothar Heyer zur steigenden Umweltbelastung. Und der Flughafen Düsseldorf will ausbauen: neue Tankanlage und Abstellflächen, Bau des Vorfeldes West. Die Anwesenden in der Grünen-Geschäftsstelle befürchteten, dass der Flughafen ein Drehkreuz einrichten will. Müssen sie sich auf die doppelte und dreifache Belastung einstellen? "Ein Drehkreuz sehe ich nicht", meinte Horst Becker. Den Planfeststellungsbeschluss für das Vorfeld West könne er nicht stoppen, und erteilte Betriebsgenehmigungen ließen sich rechtlich kaum zurücknehmen.

Doch vor einem Luftverkehrskonzept möchte Becker Einzelmaßnahmen realisieren. Ein erster Schritt ist die Überprüfung und Neuberechnung der Schutzzonen. Dafür wolle Becker nicht die bisher vorgelegten Zahlen des Flughafens berücksichtigen, sondern neu messen. "Im Frühjahr 2012 werden wir anhand der Ist-Zahlen die Zonen überprüfen", so der Staatssekretär.

Die Bürger beklagten, dass die Messstation des Flughafens an der Langen Hecke gar nicht alle Flüge über dem Stadtgebiet erfassen könne. Häufig führt die Route über Holzbüttgen. Becker empfahl einen Bürgerantrag zum Einsatz einer mobilen Messstation. Der Fraktionsvorsitzende der Kaarster Grünen, Christian Gaumitz, verwies auf einen Antrag seiner Partei mit eben diesem Ziel, der seit 2009 unbearbeitet im Rathaus liege.

Die Hälfte aller Verspätungen entschuldigt der Flughafen Düsseldorf mit Personalmangel bei der Flugsicherung. "Sie ist massiv unterbesetzt", bestätigte Becker, der das Problem bis Anfang kommenden Jahres behoben sieht: "Die Ausbildungsgänge laufen".

Wer zu spät landet, zahlt zusätzliche Gebühren. Die aktuelle Satzung gilt bis Mitte 2013, dann wolle die Landesregierung eine Regelung ähnlich dem sogenannten Hamburger Modell einführen. "Progressiv zu den Verspätungen werden die Gebühren exorbitant teurer. In Hamburg hat es sich bewährt", so Becker.

Eine Internetseite zur Dokumentation aller Starts und Landungen sowie über erteilte Ausnahmegenehmigungen soll im Sommer ins Netz gehen.

(NGZ)