Kaarst: Schulstreit: "CDU hat Chance vertan"

Kaarst : Schulstreit: "CDU hat Chance vertan"

Für die Familienpartei, die sich den Einsatz für die Belange gerade junger Familien auf die Fahne geschrieben hat, ist die Entwicklung der Kaarster Schullandschaft ein großes Thema. Am Donnerstag steht im Rat die Entscheidung über den Standort der dritten Grundschule in Kaarst an. Die NGZ sprach mit Ortsverbandschef Michael Koesling.

Herr Koesling, wie kommt man zur Familien-Partei?

Koesling Vor der Bundestagswahl 2005 habe ich mir eine neue politische Heimat gesucht, weil ich von den "Großen" einfach zu oft enttäuscht wurde. Ich bin zweifacher Familienvater, fühle mich vom Staat ausgebeutet und von den Parteien einzig und allein für Wahlkampfzwecke missbraucht. Der Familien-Partei habe ich mich angeschlossen, weil mich das Programm begeistert hat und ich es gut finde, neue Wege zu beschreiten.

2008 wurde der Stadtverband Kaarst gegründet. Schon was bewegt?

Koesling Seitdem wir hier in Kaarst aktiv und auch mit einem Sitz im Stadtrat vertreten sind, ist viel Bewegung in die Familienpolitik gekommen. Gerade bei den Haushaltsberatungen ist es zu begrüßen, dass nun auch die Verwaltung unsere Anträge aufgreift. Es macht sich eben doch bezahlt, auch kleinere Posten summieren sich. Dafür wurden wir im vergangenen Jahr noch belächelt.

Morgen soll der Rat über den Standort für die dritte Grundschule in Kaarst entscheiden. Stadtmitte oder Bussardstraße — auf welcher Seite stehen Sie?

Koesling Wir haben uns genauso wie die Grünen sehr früh auf einen Neubau der Stakerseite am bestehenden Standort festgelegt. Im Prinzip könnte man jetzt Meilensteine festlegen und langfristig ein Schulzentrum samt Gymnasium, Grundschule, Kindergarten und VHS planen. Fragt sich nur, warum ein paar wenige Entscheidungsträger aus der CDU die Entscheidung pro Bussardstraße durchboxen wollen und sich vehement gegen den Bürgerwillen und die eigenen Mitglieder stemmen. Meiner Meinung nach hat die CDU die Chance vertan, sich an die Spitze dieser Bewegung zu setzen und endlich mal für den Bürger agieren.

(NGZ)