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Kaarst: Schulsozialarbeiter bleiben nicht-städtisch

Kaarst : Schulsozialarbeiter bleiben nicht-städtisch

Die Grünen wollen die Schulsozialarbeit neu ordnen. Die Idee: Ab 2013 sollen alle Schulsozialarbeiter in ein städtisches Arbeitsverhältnis übernommen werden. Auch die SPD fordert ein Gesamtkonzept.

Es ist jetzt 18 Jahre her, seit die erste Schulsozialarbeiterin in Kaarst ihre Arbeit aufnahm: Irmgard Schramm ist immer noch in der Hauptschule Kaarst-Büttgen aktiv. Aber mittlerweile hat sich viel getan, Schulsozialarbeit gibt es in allen Schulen.

SPD und Grüne wollten diese jetzt neu ordnen. Die Grünen beantragten, ab 2013 alle Schulsozialarbeiter in ein städtisches Arbeitsverhältnis zu übernehmen. Darüber hinaus forderten sie ein Gesamtkonzept zum flexiblen Einsatz der Schulsozialarbeiter. Die SPD beantragte im Schulausschuss ebenfalls ein Gesamtkonzept. Und sie wünschte sich eine Verlagerung der Schulsozialarbeit hin zur Jugendhilfe der Stadt Kaarst.

Die Schulsozialarbeiter haben zurzeit unterschiedliche Arbeitgeber. Die beiden Gymnasien mit jeweils einer Vollzeitstelle, die auf zwei Personen aufgeteilt ist, werden in Bezug auf Schulsozialarbeit vom Evangelischen Verein für Jugend- und Familienhilfe in Büttgen betreut. In der Realschule Büttgen gibt es zwei halbe Stellen.

Arbeitgeber ist dort der Förderverein. Die Realschule Kaarst wird von zwei Mitarbeitern mit je einer halben Stelle betreut. Arbeitgeber sind der Förderverein der Schule und das Land. Drei halbe Stellen sind besetzt worden, um die Schulsozialarbeit an der Hauptschule zu gewährleisten.

Für die sechs Grundschulen sind Diane Waterkamp und Ahmad Aman zuständig. Sie werden im Rahmen des Teilhabepakets vom Bund bezahlt. Eine weitere Besonderheit: Beide haben ihren Schreibtisch im Souterrain des Kaarster Rathauses, wo sie zu bestimmten Zeiten anzutreffen sind.

Die Anträge von SPD und Grünen wurden jetzt im Ausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. "Die Konzepte und Arbeitsverträge sollen gebündelt und unter ein Dach gebracht werden", forderte Robert Begerau (Grüne). Eines seiner Argumente: "Eine Festanstellung bei der Stadt verhindert, dass die besten Schulsozialarbeiter sich beruflich umorientieren."

Schul- und Jugenddezernent Heinz Dieter Vogt gab Folgendes zu bedenken: "Die Konzeptionen sind individuell auf die einzelnen Schulen ausgerichtet." Ein Gesamtkonzept berge die Gefahr, "dass nicht alle Schulen unter dieses Dach passen würden". Vogt erinnerte an das Subsidiaritätsprinzip: "Wir haben zwar ein hervorragendes Jugendamt, aber mit dem Evangelischen Verein auch einen ganz hervorragenden freien Träger." Und: "Wenn ich der Überzeugung wäre, wir könnten es besser, würde ich es sagen."

Hermann Köster, Leiter der Hauptschule in Büttgen, äußerte sich zufrieden über die bisherige Form der Schulsozialarbeit — sie habe in der Vergangenheit "ausgesprochen gut geklappt". Im Ausschuss tauchte das Gerücht auf, der Evangelische Verein für Jugend- und Familienhilfe wolle sich künftig noch stärker in der Schulsozialarbeit engagieren.

Geschäftsführer Burkhard Asche äußerte sich gegenüber der NGZ zurückhaltend: "Wir haben konkret nicht vor, stärker in die Schulsozialarbeit einzusteigen, sind nicht in Lauerstellung."

(barni)