Kaarst: Schulpflegschaft verteidigt Autowäsche

Kaarst: Schulpflegschaft verteidigt Autowäsche

In der vergangenen Woche berichtete die NGZ über die Vorgänge an der Sebastianus-Schule in Holzbüttgen. Dort hatten im Rahmen einer berufsfördernden Maßnahme geistigbehinderten Schüler Lehrer-PKWs gewaschen.

Nach der Veröffentlichung in unserer Zeitung reagierte die Schulaufsicht und stoppte die Maßnahme am Freitag. Zu diesem Thema erreichte die Redaktion eine Stellungnahme der Schulpflegschafts-Vorsitzenden Stella Feldermann.

"Die Sebastianus-Schule besuchen Schüler, deren Behinderungen extrem unterschiedlich sind. Fakt ist , dass erstens der Grad der geistigen Behinderung sehr verschieden ist, zum anderen häufig noch fein- und grobmotorische Einschränkungen hinzukommen und die Kinder und Jugendliche nicht oder nur wenig sprechen können.

Allen diesen Schülern versucht das engagierte Lehrerkollegium an der Schule gerecht zu werden und die Schüler individuell zu fördern. Ziel bei der Vorbereitung auf das Arbeitsleben ist es, eine berufliche Tätigkeit zu finden, in der die eigenen Fähigkeiten verwirklicht werden können. Über diese Ziele waren die Schulpflegschaft und die Elternschaft der Berufspraxisstufe informiert. Inwieweit hier jedem Elternteil Einzelheiten bekannt waren, ist völlig unerheblich und geht am Thema vorbei.

Durch die Aktion eines einzelnen Elternpaares wird der Eindruck erweckt, dass Lehrer sich auf Kosten ihrer wehrlosen Schüler bereichern würden. Autowäsche ist in ihren Augen offensichtlich niedere diskriminierende Tätigkeit. Die Vertreter der Schulpflegschaft teilen diese Meinung nicht.

Im Gegenteil: Hier haben Pädagogen ihre Autos als Versuchsobjekte zur Verfügung gestellt. Im übrigen wurden die Autos nicht gewaschen, sondern es wurde lediglich der PKW-Innenraum gereinigt. Die große Mehrheit der Eltern distanziert sich von den Aussagen der Familie Linnartz."

(dhk)