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Kaarst: Schulleiterin verlässt das AEG

Kaarst : Schulleiterin verlässt das AEG

Am kommenden Freitag wird Brigitte Brinkmann verabschiedet. Fast 15 Jahre lang war die 62-Jährige Leiterin des Kaarster Albert-Einstein-Gymnasiums. Jetzt beginnt für sie die Altersteilzeit.

Den diesjährigen Abi-Jahrgang hat Brigitte Brinkmann vor kurzem verabschiedet, in wenigen Tagen wird die Schulleiterin dann selbst Abschied vom Albert-Einstein-Gymnasium nehmen. Die 62-Jährige entschied sich für die fünfjährige Altersteilzeitregelung und tritt nun ihre arbeitsfreie Zeit vor dem offiziellen Ruhestand in zweieinhalb Jahren an.

Brigitte Brinkmann kam im Februar 1998 als neue Direktorin ans AEG, nach Hermann Dederichs und Wilhelm Böskens war sie die erste Frau in dieser Position. An ihrer alten Schule, dem Leibniz-Gymnasium in Düsseldorf, hatte sie ab dem Referendariat alle Aufgaben in der Koordination durchlaufen. In ihrem ersten halben Jahr in Kaarst pendelte sie in der Woche nach Düsseldorf ans Leibniz-Gymnasium, wo sie einen Englisch-Kurs noch bis zum Abitur begleitete.

Inzwischen hat Brinkmann viele ehemalige Kaarster Fünftklässler als Abiturienten aus dem Schulalltag entlassen. Der biete neben dem Unterricht auch viel Unerwartetes – zum Beispiel weinende Kinder, die den Fußball aufs Dach geschossen haben oder Abmachungen mit Schülern, die etwas angestellt haben. "Dann muss man natürlich auch mal streng gucken", sagt Brinkmann. Wenn sich die Schüler an die Abmachung halten, erfahren die Eltern im Gegenzug nichts.

Im Laufe der vergangenen fast 15 Jahre hat sich in der Schullandschaft einiges geändert: Offener Ganztag und das Abitur nach acht Jahren wurden eingeführt. In beiden Fragen konnte Brigitte Brinkmann mit Kollegium und Elternschaft schnell Entscheidungen fällen. Schwerer war dagegen die Überzeugungsarbeit, dass nicht mehr im großen, sondern nur noch im kleinen Lehrerzimmer geraucht werden darf. Über den Erlass zum generellen Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen, erinnert sich die Schulleiterin, sei sie dementsprechend froh gewesen. Brinkmann unterrichtete auch in den Fächern Deutsch und Englisch. "Zwei Korrekturfächer", sagt sie und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Der enorme Arbeitsaufwand in diesen Fächern sei ihr während des Studiums noch nicht bewusst gewesen. "Ich würde heute trotzdem dieselbe Wahl treffen", so die 62-Jährige.

In ihrer Freizeit bleiben nun mehr Möglichkeiten zum Reisen. Außerdem betätigt sie sich gerne handwerklich. Offiziell verabschiedet wird Brigitte Brinkmann am kommenden Freitag. In der letzten Woche vor den Schulferien wird auf ihren Wunsch hin eine Projektwoche stattfinden, in der sie mit den Schülern gemeinsam kreativ werden möchte. Brinkmanns Nachfolge in der Schulleitung ist noch nicht geregelt. Zum neuen Schuljahr wird voraussichtlich ihr Stellvertreter Bruno von Berg die Aufgabe kommissarisch übernehmen.

(stef)