1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Schulbus vorerst weiter für alle?

Kaarst : Schulbus vorerst weiter für alle?

Weil die Organisation einer privaten Buslösung nicht so schnell wie gedacht funktioniert, will die Verwaltung der Politik jetzt vorschlagen, Grundschüler ohne rechtlichen Anspruch auch im kommenden Schuljahr zu befördern.

Die Aufregung war groß, deshalb dürfte die folgende Nachricht eine richtig gute für viele Kaarster Grundschulkind-Eltern sein. Eigentlich hatten Verwaltung und Politik nämlich geplant, nach den Sommerferien nur noch die Grundschüler kostenlos mit dem Schulbus zu befördern, die einen entsprechenden rechtlichen Anspruch nach der Schülerfahrtkostenverordnung haben, also — mindestens zwei Kilometer von der nächstgelegenen Grundschule entfernt wohnen oder aufgrund ihres religiösen Bekenntnisses die katholische Grundschule an der Alten Heerstraße besuchen.

Jetzt sieht es so aus, als bliebe die Situation erst einmal so, wie sie ist. Heißt: Für das kommende Schuljahr bräuchten sich zumindest einmal die Eltern all jener Kinder, die derzeit zwar keinen offiziellen Schulbusanspruch, dafür aber eine von der Schule ausgestellte Schulbusfahrkarte haben, keine Gedanken um den Transport ihrer Töchter und Söhne machen. Unklar ist, was mit den neuen Erstklässlern und all jenen Schülern ist, die bislang weder einen Anspruch noch eine Schulfahrtkarte hatten, das Angebot der Stadt in der Vergangenheit aber trotzdem nutzten. Ein Lösungsvorschlag in Form einer Sitzungsvorlage wird gerade erarbeitet.

"Um die Schulbusbeförderung für alle Grundschüler, die bisher befördert wurden, auch im Schuljahr 2011/2012 sicherzustellen und um an dem privaten Modell weiter ohne Zeitdruck gemeinsam arbeiten zu können, haben sich Bürgermeister Franz-Josef Moormann und der Erste Beigeordneter Heinz Dieter Vogt entschieden, dem Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 18. August für das kommende Schuljahr eine dem Schuljahr 2010/2011 grundsätzlich entsprechende Regelung des Schülerspezialverkehrs vorzuschlagen", heißt es vonseiten der Verwaltung. Anlass dafür sei die Nachricht gewesen, dass die Organisation einer privaten Schulbuslösung bis zum Beginn des Schuljahres 2011/2012 aller Voraussicht nach nicht realisierbar sei.

Das private, von einer Elterninitiative und der Verwaltung entworfene Modell sah vor, dass sich Eltern für einen gedeckelten Betrag von 30 Euro pro Kind und Monat in den Schulbustransport "einkaufen". Die restlichen Kosten wollte die Stadt übernehmen. Das Angebot sollte allerdings nur für Schüler der zweiten bis vierten Klasse gelten. Erstklässler hätten nur dann mitfahren dürfen, wenn es ein älteres Geschwisterkind an derselben Schule gegeben hätte.

Zwei Probleme, sagt Peter Ganz von der Elterninitiative, habe es gegeben. "Zum einen fehlte uns die schriftliche Zusage der Stadt, dass sie die über die 30 Euro hinausgehenden Kosten übernimmt. Außerdem war der Förderverein der GGS Büttgen, über den wir den Vertragsabschluss mit dem Busunternehmen abschließen wollten, mit dem Ausschluss der Erstklässler nicht einverstanden — wegen Unvereinbarkeit mit dem Wohltätigkeitsgedanken."

(NGZ)