Kaarst: Schützen halten Pampusschule in Schuss

Kaarst : Schützen halten Pampusschule in Schuss

Im April 2003 unterschrieb Brudermeister Ludger Heintz den Betriebsträgervertrag mit der Stadt. Seither kümmern sich drei Mitglieder der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft um Vermietung und Instandhaltung.

Es ist das älteste Schulgebäude in Kaarst und schon als solches etwas Besonderes. Seit 1984 steht die Pampusschule in der Denkmalliste der Stadt. Dass das Haus mitten im Ortskern, gegenüber der Kirche, heute so aussieht, wie es aussieht — dass es im Erdgeschoss einen großen ("Schützen"-)Saal mit Thekenbereich gibt, der für Versammlungen, Vortragsveranstaltungen, Ausstellungen und aber auch für private Feiern genutzt werden kann; dass aus dem einst heruntergekommenen Schulhof ein kleiner blühender Park mit gepflegten Rasenflächen und Blumen wurde; dass eine voll ausgestattete Küche existiert, die Kellerräume saniert und die Speicher gereinigt, geschliffen und geölt wurden — all das haben die Büttgener in erster Linie der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft zu verdanken. Seit gut zehn Jahren trägt die Bruderschaft die Verantwortung für den Betrieb und die Instandhaltung.

Am 24. April 2003 unterschrieb Ludger Heintz den Betriebsträgervertrag mit der Stadt. Bis dahin war es ein weiter Verhandlungsweg. Der Brudermeister erinnert sich: "1995 fanden die ersten Gespräche statt. Die Stadt kam damals mit der Idee auf uns zu, dass wir die Betriebsträgerschaft übernehmen." Für die Stadt sollte es ein Pionierprojekt mit Symbolcharakter werden — eine öffentlich-private Partnerschaft. "Unsere Voraussetzung", sagt Heintz, "war die, dass die Kommune die Kosten für eine Restaurierung trägt." Der Plan funktionierte.

Von 2000 bis 2002 wurde die Pampusschule von der Stadt umfassend saniert. Insgesamt wurden 846 000 Euro in den Umbau investiert. Dabei wurde die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) im neu geschaffenen Anbau an der Nordseite des Gebäudes untergebracht. Zwei Klassenräume im Erdgeschoss wurden miteinander zu einem Saal verbunden und im kleinen Nebenraum eine Küche eingerichtet. Alles in allem verfügt das Haus über eine Nutzfläche von 1135 Quadratmetern. Bis heute belegt die VHS Räume im Obergeschoss.

"Die Pampusschule", sagt Ludger Heintz, "ist zu einem Erfolg geworden, mit dem wir selber nicht gerechnet haben. Die Nachfrage ist groß — auch über die Grenzen von Büttgen hinaus." Besonders an den Wochenenden sind die Räume auf Monate belegt. Zur Gladbacher Straße hin befindet sich ein weiterer Raum — der Jan-van-Werth-Raum, der für Sitzungen, Seminare und Vortragsreihen genutzt wird.

Machbar ist das alles nur, weil die Bruderschaft drei rührige Kümmerer gefunden hat, die sich damals sofort für die notwendigen Arbeiten zur Verfügung stellten. Seit zehn Jahren sind Hubert Dickers für die Technik, Hermann-Josef Cremer für die Finanzen und Herbert Hargarten für die Vermietung zuständig. Alle arbeiten mit Leib und Seele für das Projekt "Pampusschule", und alle arbeiten ehrenamtlich. "Diese Arbeit", sagt der Brudermeister, "kann man gar nicht hoch genug loben." Weil Herbert Hargarten aus Altersgründen ausscheidet, sucht die Bruderschaft jetzt "Kümmerer-Nachwuchs".

(NGZ/rl)
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