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Kaarst: Schützen begeistern mit Party und Parade

Kaarst : Schützen begeistern mit Party und Parade

Grandiose Stimmung und ein stolzes Regiment: Die Kaarster Schützen verbinden Brauchtum und Volksfest aufs Beste.

König Günter III. Mödder schien Bürgermeister Franz-Josef Moormann in einem Punkt nicht viel zuzutrauen: Als der Verwaltungschef am Samstag um 12 Uhr traditionsgemäß das erste Fass anstach, ging der König sicherheitshalber auf Distanz. Aber der Anstich sollte gelingen, so wie das ganze Schützenfest bis jetzt reibungslos abgelaufen ist. "Das Wetter ist wie selbst gemacht", schwärmte ein Schütze am Samstag.

Aber auch gestern herrschten optimale Bedingungen für tolle Paraden ohne Regenschirm. Die Kaarster Schützen – mit 1220 Mitgliedern ist die Bruderschaft so stark wie nie zuvor – entwickeln ihr Schützenfest behutsam und stetig weiter, so wie VW den "Golf" immer wieder optimiert. Es sind oft Kleinigkeiten, die nicht gleich ins Auge fallen. So ist das Zelt diesmal fünf Meter länger – bei einer Breite von 25 Metern macht das zusätzliche 125 Quadratmeter. Parallel dazu war auch das Raucherzelt mitgewachsen und statt sechs sorgten jetzt acht Security-Kräfte für ein gutes Gefühl der Sicherheit.

Am Samstagabend war bei schönstem Frühsommerwetter der Festplatz so gut besucht, dass man hätte meinen können, im Zelt würde gähnende Leere herrschen. Doch das Gegenteil war der Fall – und die Luft war dank des Rauchverbots so gut wie nie zuvor. Nach der ersten Parade war Präsident Claus Schiffer begeistert: "Jedes Jahr kommen mehr Menschen, um sich das Spektakel anzuschauen." Bereits am Freitagabend, als bei "Musik unter freiem Himmel" viele Besucher auf den Rathausplatz lockte, habe er den Leuten angesehen, dass sie dem Schützenfest entgegenfieberten.

Abends im Zelt erinnerte Minister Bernd Siedler an jemanden, der mit Uhren-Imitaten handelt: Er hatte den ganzen Arm voll glänzender Königspokale, die er zusammen mit dem König verteilte. Wie gut er nach der Beinoperationen gehen konnte? Es geht. Aber nicht für alle, die feiern wollten, verlief der Abend nach Plan: Für drei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr endete das Schützenfest abrupt gegen Mitternacht: Mit zwei weiteren Kameraden sind sie für fünf Tage in die Hochwassergebiete abkommandiert worden. Der Einsatzbefehl kam von der Bezirksregierung. Gestern kamen rund 20 Gäste aus La Madeleine, unter ihnen der stellvertretende Bürgermeister Claude Jegou. Konny Wilms moderierte wie immer die Parade. Bei der Kommunikation mit den französischen Gästen half ihm Jonas Larbalette (19) von den Jakobusschützen, der ein Jahr lang in Frankreich gelebt hatte.

Wilms stellte auch das Ehrenmitglied Hans Bodewitz vor – der rüstige Senior war vor 25 Jahren Kaarster Schützenkönig und machte jetzt beim Kaarster Schützenfest zum 65. Mal mit. Apropos Schützenkönig: Vor dem Königsvogelschießen morgen Nachmittag hat der Vorstand der Sebastianer keine Angst: "Wir haben definitiv zwei Bewerber", erklärte Pressesprecher Guido Otterbein.

(barni)