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Kaarst: Schüler-Shakespeare ein Erfolg

Kaarst : Schüler-Shakespeare ein Erfolg

Für das Shakespeare-Stück "Ein Sommernachtstraum" ist die Theater AG des Büchner-Gymnasiums in die Scheune des Tuppenhofes umgezogen und hat das Thema erfolgreich in die heutige Zeit verlegt.

Bereits zwei Wochen im Voraus war die Premiere von "Ein Sommernachtstraum" der Theater-AG am Georg-Büchner-Gymnasium ausverkauft. An drei aufeinander folgenden Abenden führte sie das Stück vor jeweils rund 90 Zuschauern auf.

Ein Jahr lang haben 25 Schauspieler und Tänzer den Klassiker von William Shakespeare einstudiert. Das Altersspektrum im Ensemble reicht von zehn bis 76 Jahre. "Alle Rollen wurden altersgemäß besetzt", sagt Regisseur Wilhelm Schiefer. Dazu holte er sich einige Erwachsene ins Schultheater. Theseus, den Herzog von Athen, spielte der evangelische Pfarrer Ulrich Caspers.

Ältester Darsteller war mit 76 Jahren Wolfgang Steffler in der Rolle des Handwerkers Matz Schlucker. Die Jüngsten im Ensemble waren die zehn Elfen, die gemeinsam mit Daniela Frimmersdorf extra Tänze zum Stück einstudiert hatten. Die Handlung versetzte die Theater-AG in die heutige Zeit. "In der Diskussion mit den Teilnehmern stellte sich heraus, dass uns die mythische Zeit von Shakespeare zu fern ist", erklärt der Regisseur.

Die Geschichte lässt sich auf aktuelle Themen transportieren: "Es geht um Generationenkonflikte, Zwangsehe und Drogen. Die märchenhafte Welt der Elfen verstehen wir als Personifizierung der Naturgewalten", so Schiefer. Vor einigen Jahren ist der Regisseur für seine Vorstellungen aus der Schulaula in den Tuppenhof umgezogen.

"Es bietet eine besondere Atmosphäre", sagt er. Auf ein Bühnenbild wurde verzichtet. Als Requisiten dienten drei Stehtische und einige Stühle. Durch Lichteffekte wurde der Wald suggeriert, durch den die jungen Liebenden irrten und in dem fünf trottelige Handwerker das Theaterstück "Pyramus und Thisbe" zur Hochzeitsfeier von Theseus und Hippolyta einstudierten.

Während die Proben der Handwerker für die meisten Lacher im Publikum sorgten, stellte sich dagegen tragisch das Liebeswirrwarr zwischen den jungen Athenern Lysander und Hermia, Demetrius und Helena dar. Demetrius war Hermia versprochen, Hermia liebte Lysander, Helena wurde von Demetrius zurückgewiesen.

Schließlich flüchteten Hermia und Lysander in den Wald, in den ihnen die anderen beiden folgen. Dort verzauberte Elfenkönig Oberon und sein Gehilfe Puck die Jugendlichen und strickten dadurch ein chaotisches neues Beziehungsgeflecht. Plötzlich liebten beide Männer Helena, was sie wiederum als List von Hermia ansah.

Als Oberon und Puck ihren Fehler erkannten, sorgten sie mit einem weiteren Zauber für das glückliche Ende: Lysander liebte wieder Hermia, Demetrius und Helena verliebten sich ineinander. Schließlich konnte gemeinsam die Hochzeit von Theseus gefeiert werden.

(NGZ)