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Kaarst: Schüler fragen Hildebrandt

Kaarst : Schüler fragen Hildebrandt

Am Rande seiner ausverkauften Vorstellungen im Albert-Einstein-Forum diskutierte Kabarettist Dieter Hildebrandt mit Schülern des Georg-Büchner-Gymnasiums – über Neue Medien, Handys, Volksentscheide und Demokratie.

Am Rande seiner ausverkauften Vorstellungen im Albert-Einstein-Forum diskutierte Kabarettist Dieter Hildebrandt mit Schülern des Georg-Büchner-Gymnasiums — über Neue Medien, Handys, Volksentscheide und Demokratie.

Mit einer ordentlichen Portion Respekt empfingen die Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums ihren Gast Dieter Hildebrandt. Der Kabarettist stellte sich eineinhalb Stunden den Fragen der Jugendlichen. "Ich wäre in eurem Alter nicht hergekommen", scherzte Hildebrandt, um die Stimmung zu lockern. Doch seine Neugier auf die Fragen blieb erst einmal ungestillt. Es herrschte betretenes Schweigen. Also plauderte der Künstler einfach los.

Der Schüler Hildebrandt war in seiner Klasse der Hampelmann. "Ich habe meine Lehrer nachgemacht, und es ist mir gut gelungen. Heute ist mir das peinlich", sagte er. Bereits mit 14 Jahren ging er mit der Spielschar der Hitlerjugend auf Tournee. Eine Zeit, die auch die Schüler interessierte. Wer in einer Diktatur aufwachse, sei wachsamer bei der Einhaltung freiheitlicher Grundrechte, so Hildebrandt. Obwohl er die Neuen Medien als "fortschreitende Krankheit" eher kritisch sehe, musste er auf Nachfrage einem Jugendlichen Recht geben, dass das Internet trotzdem eine Chance für die Demokratie sei.

Nach anfänglicher Zurückhaltung gingen in der Fragerunde immer mehr Finger nach oben. Die Schüler wollten seine Meinung über Volksentscheide ("Prinzipiell dafür.") und Handys ("Ich würde gerne lernen, SMS zu schreiben.") hören, fragten ihn nach dem Unterschied zwischen Kabarett und Quatsch-Comedy. Den sieht Hildebrandt übrigens nicht — auch Blödelei und Imitation gehörten zum Kabarett. sagt er.

Er schätzt Kollegen wie Hape Kerkeling und Bastian Pastewka. "Es gibt einige gute, aber wahnsinnig viele schlechte Leute", so der 84-Jährige. "Schlechte Zoten finde ich überhaupt nicht komisch." Das Kabarett setzt Wissenszusammenhänge voraus. Mit einer vierköpfigen Studententruppe spielte Dieter Hildebrandt einst vor nur drei Leuten. "Das war eine Familie, und wir merkten, dass der Sohn unsere Sachen nicht verstand. Also ging ich zu ihm an den Tisch und erklärte ihm die Pointe. Schließlich saßen wir alle dort und spielten unser Programm am Tisch weiter", erzählte Hildebrandt.

Dass Lacher ausblieben, hatte in seiner Karriere aber auch andere Gründe. "Wir sind in Amsterdam aufgetreten, und in der ersten Reihe saßen die niederländische Königin und ihr Hofstaat. Das Publikum verstand Deutsch, aber keiner lachte", erinnerte sich Hildebrandt. Erst, als er plötzlich ein "dreckiges Lachen" hörte, habe auf einmal auch das Publikum reagiert. Das Lachen kam von der Königin, und vorher hatte sich niemand getraut.

(NGZ)