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Kaarst: Schnitt-Gut weiht neuen Betriebshof ein

Kaarst : Schnitt-Gut weiht neuen Betriebshof ein

Der 2009 gegründete Integrationsbetrieb für Garten- und Landschaftsbau ist von Neuss nach Kaarst, an den Rand des Vorster Walds, gezogen. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 20 Mitarbeiter, davon die Hälfte mit Behinderung.

Richtfest und Einweihung zugleich feierte das Unternehmen Schnitt-Gut auf seinem neuen Betriebsgelände. Wie es dazu am Samstag kam, erklärt sich ziemlich einfach: "Der Bau der Außenanlagen und der Umzug lagen mitten in der Hochsaison. Da haben wir das Richtfest schlichtweg vergessen", erzählte Mitarbeiter Georg Lorenzen. Allein 1500 Quadratmeter Betonsteinpflaster wurden in Eigenleistung verlegt. Und so holte Lorenzen den Richtspruch stellvertretend für die Handwerker bei der Eröffnungsfeier nach.

Die Firma Schnitt-Gut ist ein 2009 gegründeter Integrationsbetrieb für Garten- und Landschaftsbau, eine gemeinsame Tochter der Neusser St.-Augustinus-Kliniken und den Gemeinnützigen Werkstätten (GWN). "Trotz des ohnehin normalen Leistungsdrucks möchten wir Menschen mit Behinderung in unseren Alltag integrieren", sagte Betriebsleiter Stefan Muhr. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 20 Mitarbeiter, davon die Hälfte mit Behinderung. In fünf bis sechs Arbeitstrupps bewältigt es verschiedene Aufgabenbereiche. "Unser Schwerpunkt liegt in der Pflege von öffentlichen und privaten Grünflächen", so Muhr. Aber es werden auch Anlagen neu gebaut und gestaltet.

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Der Umzug vom alten Standort auf dem Gelände der St. Augustinus-Kliniken in Neuss nach Kaarst ging während des laufenden Betriebs vonstatten. Kolonne für Kolonne zogen Arbeitskräfte und Gerätschaften um. Die unmittelbare Nähe zum Baubetriebshof der Stadt Kaarst soll Synergien schaffen, und auch die Nachbarschaft zum "Kindergarten am Wald" soll aktiv gestaltet werden. Schließlich ist im Kunstcafé Einblick ein weiterer Partner gefunden worden. "Gemeinsam möchten wir uns um die Pflege unseres Ateliergartens kümmern", so Brigitte Albrecht vom Kunstcafé.

Die Idee zu dem integrativ tätigen Gartenservice entstand, als die Augustinus-Kliniken die Pflege ihrer Liegenschaften nicht mehr mit dem eigenen Personal bewältigen konnte. In der Behindertenhilfe fanden bereits Menschen mit Handicap Beschäftigung. "Daraus entwickelte sich der Gedanke, etwas für diejenigen anzubieten, die sich bereits so weit entwickelt haben, um am normalen Arbeitsleben teilnehmen zu können", erzählte Paul Neuhäuser, Geschäftsführer der Kliniken, bei der Eröffnungsfeier. In der GWN fand man den erfahrenen Partner.

Das nun Erreichte erfüllt die beiden Geschäftsführer Wilfried Gaul-Canjé und Christoph Schnitzler mit Stolz. Es sei der Verdienst der Mitarbeiter, so Gaul-Canjé, die fünf Jahre dafür gearbeitet hätten, um diese Investition überhaupt möglich zu machen. Der Bau des neuen Betriebshofs kostete 650 000 Euro und wurde mit 119 000 Euro aus Mitteln der "Aktion Mensch" gefördert. Bewerbungen auf einen Arbeitsplatz bekomme Schnitt-Gut viele, so Christoph Schnitzler, doch natürlich müsse auch für ein gemeinnütziges Unternehmen die wirtschaftliche Situation stimmen. Den Wachstumskurs möchte man jedenfalls aufrechterhalten: Eine Optionsfläche zur Erweiterung des Betriebshofs hat man sich bereits gesichert.

(stef)