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Kaarst: Schnelles Internet: Vertrag steht

Kaarst : Schnelles Internet: Vertrag steht

Seit gestern ist es offiziell: In spätestens einem Jahr wird es in Kaarst in Sachen "schnelles Internet" kein unterversorgtes Fleckchen mehr geben. Das heißt: Übertragungsraten von mindestens zwei Mbit pro Sekunde – überall. Das ist die amtliche "Gerade so ausreichend"-Definition und für viele Vorster und Holzbüttgener mehr, als sie jemals gehabt haben.

Seit gestern ist es offiziell: In spätestens einem Jahr wird es in Kaarst in Sachen "schnelles Internet" kein unterversorgtes Fleckchen mehr geben. Das heißt: Übertragungsraten von mindestens zwei Mbit pro Sekunde — überall. Das ist die amtliche "Gerade so ausreichend"-Definition und für viele Vorster und Holzbüttgener mehr, als sie jemals gehabt haben.

An den meisten Stellen im Stadtgebiet werden die Daten noch deutlich schneller fließen. Bürgermeister Franz-Josef Moormann und Ulrich Adams, Vorstandsbeauftragter der Telekom für den Bereich Breitbandausbau, haben am Vormittag im Rathaus einen Kooperationsvertrag unterschrieben.

Vor allem im Osten von Holzbüttgen und in Vorst haben die Menschen darauf sehr lange gewartet. Bislang ist es nämlich so: Wer auf der falschen Seite des Nordkanals wohnt oder arbeitet, muss mit einem lahmenden Internet, sprich Übertragungsraten von derzeit weniger als zwei Mbit/s, leben. Für Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen war das schon immer ein "nicht hinnehmbarer negativer Standortfaktor". Seit 2008 bemüht sich die Stadt deshalb um einen finanzierbaren Ausbau. "Dass wir jetzt mit kommunalen Mitteln eine öffentliche Aufgabe lösen, ist eine gute Sache", sagt Franz-Josef Moormann. "In dieser Hinsicht haben wir einen Lernprozess durchgemacht."

"Keine Unterversorgung" heißt wohlgemerkt nicht, dass das weltweite Netz künftig an jeder Ecke in Kaarst gleich schnell nutzbar sein wird. Also — nicht jeder Nutzer wird die gleiche Bandbreite haben. Das liegt an den Kupferkabeln, die von den Hauptverteilern in Kaarst und Büttgen in die übrigen Stadtteile führen. "Je länger der Weg des Kabels ist, desto langsamer wird das Signal", sagt Adams. "Um die Kupferkabel zu überwinden, verlegen wir mehr als acht Kilometer Glasfasernetz." Ganz ausschalten lässt sich das technische Problem allerdings nicht.

Im Osten von Holzbüttgen wird die Variante "VDSL only" ausgebaut. Sie soll eine 98-Prozent-Abdeckung bis 25 Mbit/s und 90 Prozent bis 50 MBit/s erreichen. Für Vorst hingegen ist eine Mischbestückung (VDSL/ADSL) vorgesehen. Damit, heißt es, würden eine 97-Prozent-Abdeckung bis 6 MBit/s, 75 Prozent bis 16 MBit/s, 65 Prozent bis 25 MBit/s und 40 Prozent bis 50 MBit/s erreicht. Um das neue, schnellere Netz nutzen zu können, müssen die Holzbüttgener und Vorster demnächst aktiv werden und sich an die Telekom wenden. Eine automatische Umstellung gibt es nicht. Ein Anbieterwechsel zur Telekom ist aber keine Voraussetzung.

(NGZ/ac)